Post by Jutta Allmendinger

Professorin HU, Vorsitz WKN, Mitglied Wissenschaftsrat, Deutscher Ethikrat, langjährige Präsidentin des WZB, Podcast “Der Sprung ins kalte Wasser”.

Im Kasperletheater meiner Großeltern waren Männer in der Überzahl. Im Bundestag sollte das nicht so bleiben. „An was arbeitest du?“ fragten neulich Kinder, die zu Besuch waren. Eine meiner Antworten war: „Ich will gerade was zum #TagderParität schreiben.“ „Was ist das? Und warum brauchen wir es?“ Warum? Weil die Themen, die das Leben von Millionen Frauen und Familien prägen, noch immer zu oft aus einer Perspektive diskutiert werden, die nicht die der Betroffenen ist. Kindererziehung. Pflege älterer Angehöriger. Steuerrecht. Elterngeld. Kindergeld. Kitas, Schulen. Frauen in Führungspositionen. Frauen in körperlich und psychisch besonders belastenden Berufen. Frauen- und familienfreundliche Bau- und Wohnungspolitik. Medizin. Algorithmen. Und vieles mehr. #Parität bedeutet nicht, dass wir immer wieder darüber sprechen, was Frauen noch alles zusätzlich leisten sollen: mehr Erwerbsarbeit, mehr Sorgearbeit, mehr Organisation, mehr Verantwortung. Parität bedeutet, dass Frauen selbst sprechen, entscheiden und gestalten. Die Kinder fanden das spannend. Sie wollten auch was tun und zeigen, was Parität eigentlich ist. Am besten mit Figuren. Also durchsuchten wir die Wohnung. Gefunden wurden die Handpuppen aus dem Kasperletheater meiner Großeltern. Das Ergebnis war aufschlussreich: Männer gab es reichlich. Für nahezu jede Rolle eine Figur. Frauen? Ganze drei. Wobei ich hinzufügen muss, dass die Hexe, die in keinem Puppentheater fehlt, mir nicht vererbt wurde. Sie ergänzten also eine Marzipanfigur dazu, die ich einmal für meinen Podcast #sprunginskaltewasser mit Katja Kipping geschenkt bekam. Schwimmringe sind immer gut, so ihr Kommentar. Und sie fanden eine kleine Prinzessin, die mir eine Mitarbeiterin der Bibliothek des WZB mal zu einem Fest schenkte. „Wir wollen regieren und Königinnen sein.“ Auch kleine Stühlchen wurden entdeckt. Sie sollen die Parlamentssitze darstellen. Es entstand ein Bild, das viel über unsere Gesellschaft erzählt. Und über unsere Politik. Das Schlussbild ist eindrucksvoll. Sogar #RitaSüssmuth ist dabei. „Fortschritt fällt nicht vom Himmel“, sagte sie immer wieder. Wir Frauen müssen beharrlich und unbequem bleiben, Bündnisse schmieden, die andere mitnehmen. Sie selbst hat diesen Geist verkörpert – mit Mut, Ernsthaftigkeit und dem festen Willen, #Demokratie gerechter zu machen. Am 75. Geburtstag des Deutscher Frauenrat e.V. hat sie uns allen so sehr gefehlt. Am 24. Juni ist Tag der Parität im Deutscher Bundestag. Es ist Zeit, zusammenzurücken. Lauter zu sein. Entschlossener. Weil eine Demokratie stärker wird, wenn sie die Gesellschaft auch tatsächlich abbildet. Parität ist keine Randforderung. Sie ist eine Frage demokratischer Gerechtigkeit. https://lnkd.in/gUUnpwjh  Verein Parité in den Parlamenten Initiative #ParitätJetzt Berlin!#ParitätJetzt Berlin! #ParitätJetzt AllBright Stiftung FidAR Frauen in die Aufsichtsräte e.V. FRAUEN100 OECD - OCDE Nicola Brandt Katharina Wrohlich Dr. Nora Langenbacher

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