Post by Dr. Jürgen Lieske
Wenn Schweres leichter werden soll. Begleitung & Klarheit & Führung in Exits, Krisen und Übergängen. 🇪🇺
Ich finde, es gibt nur wenige Symbole, die den Kern des Menschseins so treffend beschreiben. Und die, je älter ich werde, für mich zum Gamechanger geworden sind. Und es bleiben. Zeit für ein neues Tattoo dann irgendwann. Yin und Yang ist so eines. Entstanden vor gut 2500 Jahren als Konzept der chinesischen Philosophie: Die schattige und die sonnige Seite eines Hügels (陰陽/阴阳). Das EINE ist auch zugleich immer das ANDERE. Verbunden. Nicht trennbar. Wenn das Eine wächst, schrumpft das Andere. Und dann Alles. Im Kreis - im Ausgleich - liegt die Macht, die Kraft, das GANZE. Das erkannt, gesehen werden darf. Kein Gegeneinander sondern EINS. Keine Gegenspieler, kein "Pro und Contra" - sondern ein grosses "UND". Denn jedes steckt auch im Anderen. Keine Liebe ohne Angst. Keine Angst ohne Liebe. Keine Stärke ohne Verletzlichkeit. Keine Verletzlichkeit ohne Stärke. Keine Führung ohne die Fähigkeit, sich führen zu lassen. Keine Macht ohne die Erfahrung von Ohnmacht. Richtig und Falsch. Falsch und Richtig. Mann UND Frau. Frau UND Mann. Rechts UND Links. Links UND rechts. Das Eine existiert, weil es das Andere auch gibt. Geben muss. Für mich bedeutet persönliche Entwicklung deshalb drei Dinge: • Zu erkennen, auf welcher Seite einer Polarität ich mich besonders zu Hause fühle. • Meinen Schatten zu entdecken – das, was ich ablehne und dennoch zu mir gehört. • Einen inneren Nullpunkt zu entwickeln. Einen neutralen Ort, von dem aus ich beide Pole betrachten kann, ohne mich sofort mit einem von ihnen zu identifizieren. Von dem heraus Oszillation, Pendeln, möglich wird. Leicht wird. Um GANZ zu sein. EINS. Nicht mehr in Trennung, sondern in VERBINDUNG zu sein. Mit dem Kleinen, wie dem Grossen, mit dem Leben, und der Transzendenz, der Anstrengung und der Entspannung, der Liebe und der Angst. Leadership ist führen und geführt werden können. Macht und Ohnmacht. Nicht nur Klarheit. Sondern auch Zweifel auszuhalten. Denn wir sind nie nur das Eine. Wir sind immer auch das Andere. Wir sind das UND. Und jetzt interessiert mich deine Sicht: Wo begegnen dir deine stärksten inneren Polaritäten❓ Kennst du deinen inneren Nullpunkt – den Ort, an dem du weder das Eine noch das Andere bist, sondern beide Seiten wahrnehmen kannst ❓ Und zwischen welchen Polen gelingt dir das bewusste Pendeln heute schon gut – und wo fällt es dir noch schwer ❓