Post by Joshua Krebs

Geschäftsführer | WK Personalberatung | etabliert | innovativ | ehrlich | beständig |exzellent

Mit 17 habe ich meinen großen Traum aufgegeben. Erst ein LinkedIn-Kommentar hat ihn 12 Jahre später geheilt. Es gibt Dinge, die man jahrelang mit sich herumträgt. Bei mir war das der Fußball. Ich war nie der Schnellste oder das größte Talent. Mein erster Trainer meinte immer: „Joshua, stell dich einfach vors Tor.“ Aber im entscheidenden Meisterschaftsspiel in der C Jugend gegen Alzenau habe ich 5 Tore geschossen. Danach ging alles im Zeitraffer: Stützpunkt, JFC Frankfurt (40 Tore in einer Saison), Hessenliga-Aufstieg und schließlich der Sprung zum FSV Frankfurt in die Junioren-Bundesliga. Vom Dorfkicker direkt ins Nachwuchsleistungszentrum. Leistungssport, lange Busfahrten und ein Kader aus 22 Spielern, von denen jeder Profi werden wollte. Mein damaliger Trainer Armin Alexander hat mich in dieser Zeit am meisten geprägt. Mit 16 mussten wir ihn siezen. Das fand ich damals extrem anstrengend. Heute verstehe ich es: Es ging um Respekt, Disziplin und Professionalität. Jede Trainingseinheit hatte System. Trotzdem stand der Mensch bei ihm immer im Vordergrund. Mit 17 war dann Schluss. Keine Verletzung, kein Rauswurf – ich bin einfach irgendwann nicht mehr hingegangen. Ein Kapitel, das sich für mich immer unvollständig angefühlt hat. Letzte Woche habe ich unter einem Post von Armin Alexander kommentiert, um mich für die prägende Zeit zu bedanken. Seine Antwort: „Dein Werdegang zeigt, dass man auch neben dem Fußball ein Profi werden kann und in einem NLZ sehr viel dafür mitbekommen kann.“ Ich glaube, er wusste nicht, was er damit bei mir bewirkt hat. Aber dieser Satz hat dafür gesorgt, dass ich endlich einen Haken hinter die Sache machen konnte. Ich bin kein Fußballprofi geworden. Aber die Mentalität aus dem NLZ ist geblieben. Disziplin, Vorbereitung, Verbindlichkeit und echter Teamgeist treiben mich heute im Beruf an. Manchmal braucht es Jahre und nur einen einzigen Satz der richtigen Person, um mit der eigenen Vergangenheit Frieden zu schließen.

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