Post by Janina Schabelon
Lead Product Manager Events at Handelsblatt Media Group
„Rechenzentren sind wichtig. Aber bitte nicht in meiner Nachbarschaft“. Als ich das Programm der Handelsblatt-Tagung „Datacenter-Standort Deutschland“ konzipiert habe, wurde mir die Dynamik des Themas schnell bewusst. Heute höre ich sie in vielen Beiträgen auf der Tagung wortwörtlich. Ansgar Baums von Microsoft setzt gleich zu Beginn einen konkreten Punkt auf die Landkarte. Kein Konjunktiv, kein „man müsste“, sondern ein Ort und ein Projekt: „Basierend auf den guten Erfahrungen in NRW, bauen wir ein neues Rechenzentrum in Grevenbroich.“ Dr. Nicolas Sölter, Staatssekretär im Hessisches Ministerium für Digitalisierung und Innovation, begründete die regionale Rechenzentrumsstrategie auch mit einem sehr praktischen Punkt: Ziel sei es, „Verwaltungen bei diesem sehr komplexen Thema“ zu unterstützen. Gleichzeitig setzte er einen klaren Lernimpuls: „Wir haben in Hessen Erfahrungen gesammelt, die nicht nur positiv waren. Diese Erfahrungen haben wir berücksichtigt.“ ❗Für kontroverse Diskussionen sorgte seine Einschätzung: Das Thema sei medial „sehr negativ aufgeladen“ und drohe „in Richtung Fracking zu kippen“. Marten Bunnemann, CEO, E.ON Energy Infrastructure Solutions, betonte den Wettbewerb um Anschlusskapazitäten zwischen Rechenzentren, Defense und resilienten Infrastrukturen sowie Battery & Storage. Seine zugespitzte Frage bleibt hängen: ❓„Gebe ich die Kapazitäten einem Krankenhaus, der Rüstungsindustrie oder einem Datacenter?“ Und auch der Blick in die USA zeigt Gegenwind. Dana Heide, US-Korrespondentin beim Handelsblatt, berichtet: „Die Stimmung bzgl. Datacenter ist nicht gut.“ Und weiter: „In Maine gibt es erstmalig ein Moratorium gegen Datacenter.“ Heute und morgen wird sich auf der Tagung zeigen, ob aus Akzeptanzdebatte, Netzengpass und Standortanspruch ein tragfähiger Kurs wird. Ich berichte weiter. Stefanie Weber Kirsten Link Ina Karabasz Stephan Scheuer Martin Zunken Anne Omar Christian Temath