Post by Irrgang Fine Arts

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Rotschnäppchen: Im Jahr 1975 erweiterte der Klangmaler Rupprecht Geiger (1908–2009) die bestehenden vier Elemente verdient um die Parameter Farbe und Licht. Nach fast 60 Jahren begeisterter, ja besessener Auseinandersetzung mit dem Kolorit, hatte sich der gelernte Architekt bis zur Essenz des visuell Möglichen vorgearbeitet, hatte sich nach Experimenten mit unterschiedlichen Stilen und Materialen Ende der 1940er Jahre in die Gegenstandslosigkeit verabschiedet und besann sich auf ein Credo aus Studientagen: Keep it simple. Nichts sollte die Kraft der in unaufdringliche Formen (bevorzugt Rechteck, Kreis und Oval) gebannten Farbgewitter stören; Geiger signierte seine Arbeiten ausschließlich auf der Rückseite, reduzierte die Sichtbarkeit menschlichen Wirkens, indem er pinselsichtigen Techniken wie Malerei und Lithografie den Rücken kehrte. Die Serigrafie empfand er als optimales Medium für die intensive Auslotung physiologischer und psychologischer Grenzen. Mit dem Ruf an die Düsseldorfer Akademie 1965 kam technische Innovation - Geiger fand hier mit Größen wie Joseph Beuys, Gerhard Richter oder Karl Otto Götz nicht nur ein diskussionsfreudiges, progressives Kollegium, sondern auch absolute materielle Freiheit. Unter Einsatz einer Luftdruckspritzpistole, knalliger Fluoreszenzfarben und dem verbissenen Abarbeiten am Hochenergieton Rot, gelang dem Effektbildner eine seltene, suchtpotentielle Balance zwischen Seelenschmeichelei und ophtalmischer Überforderung. Rupprecht Geiger | Kaltroteinsatz auf Weiß | Farbserigrafie | 1965 Mehr: https://lnkd.in/dKVHa6Ra http://ttps//https://lnkd.in/dHJQuVJP

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