Post by Inga Bergen
Digital Health & AI I Board Member I Keynote Speaker | Moderator | Founder | Angel Investor I Top 50 Frauen für Deutschlands Zukunft DUP
Ich werde oft gefragt: Woher nimmst du deinen Optimismus? Nervt es dich nicht, im Gesundheitswesen immer die gleichen Themen zu diskutieren? Ich finde nein, denn es geht in die richtige Richtung! Die größte Hürde im Gesundheitswesen ist unsere Angst, Altes loszulassen. Wir haben die beste Medizintechnik, die besten Therapien und Diagnosemöglichkeiten der Geschichte! …und gleichzeitig Patientinnen und Patienten, die sich selten so ungesehen gefühlt haben. Im Schnitt dauert ein Hausarztgespräch in Deutschland 7,6 Minuten. In Schweden sind es über 22. Und im Mittel werden Patient:innen schon nach 19 Sekunden unterbrochen. Das ist ein Problem. Ich bin überzeugt: Technologie ist erst dann ein Fortschritt, wenn sie uns wieder Zeit für den Menschen gibt. Dafür müssen wir nicht ständig Neues erfinden. Wir müssen vor allem Vertrautes gehen lassen: Strukturen, die wir verteidigen, weil wir sie kennen. Drei Stunden am Tag verbringen Ärzt:innen und Pflegekräfte mit Dokumentation, die der Behandlung oft nichts bringt. Eine Stunde davon eingespart entspräche rechnerisch über 20.000 Ärzt:innen, die wieder Zeit für Menschen hätten. Denn es ist eine Illusion, dass Stillstand sicherer ist als Veränderung. Und woher mein Optimismus kommt? Genau daher. Weil ich seit Jahren Menschen treffe, die nicht auf die Zukunft warten, sondern sie bauen. Diesen Mut zum Loslassen nenne ich Future Building und Manuel Recker und ich haben ein ganzes Buch darüber geschrieben. Neun reale Geschichten von Menschen, die genau das tun. https://lnkd.in/dV9irWuu Und auch den Podcast Visionäre der Gesundheit (m/w/d) habe ich genau deswegen gestartet. Übrigens habe ich aktuell die erste Solofolge zum Thema KI aufgenommen. Freue mich über Feedback dazu. Das ist meine Inspiration. Und ehrlich gesagt: Wenn ich weiter so viele inspirierende Menschen treffen darf, nervt mich das kein bisschen.