Post by Dr. Sophia Wilk-Vollmann, DESAIC
Ärztin - Soldatin - Unternehmerin | Ausbildung und Führung in Hochrisiko-Systemen | Systemische Weiterentwicklung medizinischer Strukturen | Speaker | mom of EPHIA
Die Bundeswehr hat mir Disziplin beigebracht. Den wichtigsten Teil meines Jobs musste ich allerdings woanders lernen. Wenn man Menschen fragt, was eine gute Notfallmedizinerin ausmacht, kommen oft die gleichen Antworten. Solche Dinge wie Belastbarkeit. Oder Entscheidungsstärke. Ruhe unter Druck. Vielleicht auch Härte und Abgebrühtheit. Und ja, all das braucht es. Die Bundeswehr hat mir Disziplin beigebracht. Sicherlich auch Verantwortung. Sie hat mir gezeigt, wie viel Menschen leisten können, wenn sie sich aufeinander verlassen müssen und bestimmt auch Härte im Umgang mit Belastungen. Aber den wichtigsten Teil meines Jobs habe ich woanders gelernt: Der Moment, in dem sich Menschen gesehen und ernst genommen fühlen. An die wenigen Minuten, in denen sie das Gefühl hatten, nicht allein zu sein. Das gilt in der Notaufnahme genauso wie im Rettungshubschrauber. Dinge, die ich in vollem Umfang erst durch meine Tätigkeit in der Und es gilt ästhetischen Medizin gelernt habe. Denn egal, ob jemand mit Brustschmerzen, einer Panikattacke oder dem Wunsch nach einer ästhetischen Behandlung vor mir sitzt: Menschen bringen selten nur ein Symptom mit. Sie bringen Ängste mit. Erwartungen. Unsicherheiten. Geschichten. Das ist auch der Grund, warum diese unterschiedlichen Welten für mich nie so weit auseinanderlagen, wie sie von außen wirken. Mit Unterschied, dass die Tätigkeit in einer Praxis wesentlich mehr Zeit mit sich bringt, als dass die Tätigkeit in einer Notaufnahme je könnte. Im Podcast mit Jörg Thadeusz haben wir über genau diese Widersprüche gesprochen. Aber auch darüber, warum ich heute vorsichtiger geworden bin mit dem Begriff Härte. Denn die Menschen, die mich in meinem Leben am meisten beeindruckt haben, waren selten die härtesten. Sondern oft diejenigen, die trotz allem menschlich geblieben sind. 🎙️ Das gesamte Gespräch mit Jörg Thadeusz gibt es jetzt im Podcast. Mich würde interessieren: Wann habt Ihr zuletzt gemerkt, dass Ihr zu hart zu Euch selbst wart?