Post by Henryk Joost
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt Extractivism / CNMS Uni Marburg | Energiepolitik, grüner Wasserstoff, naher- und mittlerer Osten
Ich freue mich, dass meine Publikation veröffentlicht ist: Globale Gerechtigkeit in der Wasserstoffökonomie – am Beispiel der deutsch-namibischen Wasserstoffpartnerschaft. #GrünerWasserstoff gilt immer noch als ein Schlüssel für die #Energiewende. Doch wo kommt er her, wer profitiert von seinem Ausbau — und wer trägt die Risiken? In meiner Analyse untersuche ich die Wasserstoffpartnerschaft zwischen Deutschland und #Namibia mit einem Fokus auf die Verteilung der Potentiale und Risiken. Dazu habe ich in erster Linie dependenztheoretische Zugänge genutzt – auch, um zu zeigen, dass diese Ansätze äußerst gewinnbringend für die Betrachtung der globalen Energiewende sind. Meine Kernergebnisse: 🟢 Kein Win-Win-Narrativ: Die grüne Wasserstoffökonomie droht bestehende Ungleichheiten zu vertiefen, wenn Fragen von Macht, Eigentum und Verteilung nicht stärker politisiert werden. 🟢 Strukturelle Abhängigkeiten bleiben bestehen: Kapital, Technologie, Know-how und zentrale Marktzugänge werden maßgeblich von europäischen Akteuren kontrolliert. Namibia bleibt in zentralen Bereichen abhängig. 🟢 Risiken werden externalisiert: Die ökologischen und sozialen Folgekosten der Wasserstoffproduktion (Wasserverbrauch, Biodiversitätsverlust, Flächennutzungskonflikte) fallen überwiegend in Namibia an. 🟢 Asymmetrische Verteilung von Nutzen und Kosten: Während Deutschland Versorgungssicherheit und Dekarbonisierung gewinnt, trägt Namibia einen Großteil der Unsicherheiten und Investitionsrisiken. 🟢 Grüner Extraktivismus: Die Wasserstoffpartnerschaft reproduziert in Teilen Muster klassischer extraktiver Wirtschaftsbeziehungen zwischen Globalem Norden und Globalem Süden. 🔗 Link zur Publikation: https://lnkd.in/eRQCSq53 https://lnkd.in/epsaxBBp