Post by Heidi Willmann

Geschäftsführerin von Gesprächsstoff, Marketing- & PR-Beratung // Schwerpunkt: gezielte PR in Medizin / Forschung // Zusätzlich: Ausgewählte PR-Projekte in Freizeit / Sport, Vermittlung von Keynote Speakern & Moderatoren

Infektiologie: „Moderne Therapieoptionen können nur dann helfen, wenn Menschen davon wissen, und wenn sie mit ihren Ärzten offen, vertrauensvoll und ohne Vorbehalte darüber sprechen können.“ Mit dieser Botschaft sind Prof. Christoph D. Spinner, Dr. Lea Griebsch, Dr. Johanna Erber und Dr. Luis Hinterwaldner vom interdisziplinären HIV Zentrum IZAR am TUM Klinikum Rechts der Isar am Wochenende vom Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin (#KIT2026) zurückgekehrt. Rund 1.400 Experten kamen in Köln zusammen, um neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zu teilen und die Zukunft der Infektionsmedizin mitzugestalten. Prof. Spinner als Leiter des IZAR war in mehreren Rollen aktiv: als Vortragender zu aktuellen europäischen Daten zur langwirksamen HIV-Therapie, als Vorsitzender einer Pro-und-Contra-Debatte zu Doxy-PEP und Next Generation Sequencing, als Vorsitzender einer Session zu Harnwegsinfektionen und sexuell übertragbaren Infektionen und als Vortragender zum Thema COVID19-Impfung. Den ausführlichen, auch für Nicht-Mediziner leicht verständlichen Nachbericht finden Sie auf der Facebook-Seite des IZAR (Link in den Kommentaren). Nachfolgend Auszüge. LANGWIRKSAME HIV-THERAPIE: GROSSES INTERESSE, ABER NOCH GROSSE GESPRÄCHSLÜCKEN Ein Schwerpunkt war der Vortrag von Prof. Spinner zu Daten der europäischen „Ask Us“-Studie. Diese Untersuchung erfasste in 18 europäischen Ländern das Wissen und das Interesse von Menschen mit HIV in Bezug auf moderne langwirksame, injizierbare Therapien – also Behandlungen, die nicht täglich als Tablette eingenommen werden müssen, sondern in bestimmten Abständen als Injektion verabreicht werden können. Die Ergebnisse zeigen eine klare Versorgungslücke: Viele Menschen mit HIV interessieren sich für diese Therapieoption, aber deutlich weniger sprechen darüber tatsächlich mit ihrem Arzt. In Deutschland gaben 49,6 % der 258 befragten Personen, die bislang keine solche Therapie erhielten, an, daran interessiert zu sein oder mehr darüber erfahren zu wollen. Gleichzeitig hatten 17,5 % noch nie von dieser Behandlungsoption gehört. Was für die Mediziner überraschend war: Zwar hatten ungefähr drei von vier Patienten in Deutschland im vergangenen Jahr ein allgemeines Gespräch über Therapieoptimierung. Doch die injizierbare Kombination aus Cabotegravir und Rilpivirin (CAB+RPV) wurde nur in 34,5 % dieser Gespräche überhaupt konkret angesprochen. Prof. Spinner betonte zudem, dass die Wahrscheinlichkeit, ob eine mögliche Umstellung besprochen wird, nicht allein von medizinischen Kriterien abhängt. Auch soziodemografische Faktoren spielen eine Rolle. Während manche Gruppen häufiger auf moderne Optionen angesprochen werden, bleiben bei anderen deutliche Lücken in der Beratung bestehen. Das ist ein wichtiger Auftrag: Gute Aufklärung darf nicht vom Zufall abhängen. Weiter geht es in den Kommentaren.

Post contentPost contentPost contentPost contentPost contentPost contentPost contentPost contentPost contentPost contentPost contentPost contentPost contentPost content