Post by GBI Kommunale Infrastruktur GmbH & Co. KG
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Starkregenereignisse verschärfen den Druck auf kommunale Entwässerungssysteme – und auf die Verantwortlichen in den Bauämtern. Die Forderung nach einem absoluten Überflutungsschutz scheitert in der Praxis an einer harten Grenze: der wirtschaftlichen Darstellbarkeit. Aus fachlicher Sicht ist klar: Ein flächendeckender Ausbau auf Extrem- oder Jahrhundertereignisse ist haushalterisch schlichtweg nicht realisierbar. Im Rahmen der Generalentwässerungsplanung (GEP) werden Netze auf definierte Wiederkehrzeiten bemessen – beispielsweise auf 20-jährliche Regenereignisse. Ein überlasteter Kanal nach einem Extremregen ist daher selten ein Zeichen für Planungsmängel, sondern schlicht das Erreichen normativer Bemessungsgrenzen. Die eigentliche ingenieurtechnische und kommunalpolitische Aufgabe beginnt genau dort, wo diese Grenzen überschritten werden. Wenn Schwachstellen sichtbar werden, verbieten sich isolierte „Schnellschüsse“. Es braucht eine ganzheitliche Systembetrachtung, um Investitionen strategisch dorthin zu lenken, wo sie wirklich wirken. Die entscheidenden Leitfragen für die Maßnahmenpriorisierung lauten dann: 🔸 An welchen Knotenpunkten treten bei größeren Regenereignissen häufiger kritische Defizite auf? 🔸 Wo besteht das größte Schadenspotenzial für sensible Siedlungsbereiche oder wichtige Infrastruktur? 🔸 Und mit welchen baulichen oder planerischen Maßnahmen (wie gezieltem Rückhalt im System) erzielen wir unter den örtlichen Bedingungen das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis? Gute kommunale Infrastrukturarbeit bedeutet nicht, jeden Tropfen Wasser unterirdisch abzuleiten. Es bedeutet, Risiken datenbasiert zu bewerten und Budgets dort einzusetzen, wo sie das Gesamtsystem nachhaltig entlasten. In unserem aktuellen Karussell haben wir zusammengefasst, an welchen Leitgedanken sich eine fundierte Priorisierung orientieren sollte, bevor aus einem sichtbaren Problem eine konkrete Baumaßnahme wird. ➡️