Post by Gaby Bachofen

Leiterin Kommunikation LLB Schweiz | Strategische Unternehmenskommunikation | Professionelle Moderatorin für Panels & Events | Sparringpartnerin für C-Level & Change | Finanzindustrie

Ich bin immer noch verzaubert. Wegen einer Geschichte, die mich wirklich berührt hat. Ein Briefträger stolpert über einen Stein. Nicht gerade der Stoff, aus dem grosse Visionen entstehen. Oder vielleicht doch? Ferdinand Cheval, genannt Facteur Cheval, fand 1879 auf seiner Postrunde einen ungewöhnlichen Stein. Andere hätten ihn wohl zur Seite gelegt. Er nahm ihn mit. Und begann zu bauen. 33 Jahre lang. Allein. Nach Feierabend. Stein für Stein. Entstanden ist das Palais Idéal in Hauterives (Frankreich). Ein Ort, der aussieht, als hätte jemand seine Träume nicht aufgeschrieben, sondern in Stein übersetzt. Auf einer Inschrift steht: « En créant ce rocher j’ai voulu prouver ce que peut la volonté. » Beim Erschaffen dieses Felsens wollte ich beweisen, wozu der Wille fähig ist. Als ich vor ein paar Tagen vor diesem Palais stand und diesen Satz las, hat mich das wirklich berührt. Weil grosse Projekte selten gross beginnen. Oft beginnen sie mit etwas Kleinem. Mit einer Idee. Einer Irritation. Einem Stolperstein. Und dann kommt der schwierigste Teil: Dranbleiben, wenn noch niemand versteht, was daraus werden soll. Vielleicht ist genau das die eigentliche Leistung von Cheval. Er ist seiner inneren Vorstellung 33 Jahre lang treu geblieben. Ich bin jedenfalls weitergefahren mit dem Gefühl, dass grosse Träume manchmal ganz leise beginnen. Und sie erst sichtbar werden, wenn jemand lange genug an sie glaubt.

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