Post by Felix Radzanowski

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Seit Monaten schreibe ich über eine Schuld, die in keiner Bilanz steht. Die KI schreibt den Code — in Minuten. Aber sie fragt nie, was er eigentlich tun soll. Das ist die Agentic Inversion: Schreiben ist nicht mehr der knappe Akt. Der knappe Akt ist, zu definieren und zu verteidigen, was korrekt ist — und das bleibt menschlich. In „The Debt of Decision" habe ich den Stack beschrieben, der die Maschine bändigt: Spezifikation → ADR → Verhaltens-Test → Gate → Attestierung. Und die unbequeme Stelle: die Schicht, die den Code unabhängig gegen die Absicht prüft, liefert kein Anbieter. „KI prüft KI" zählt nicht — sie teilt denselben blinden Fleck. Also habe ich aufgehört, darüber zu schreiben, und sie gebaut. plumb leitet die Absicht aus Signatur und Docstring her — blind zum Code — und feuert den Code dagegen. Ein Senklot: es interessiert sich nicht für die Meinung dessen, der die Wand gebaut hat. Nur für die Schwerkraft. In einem ersten Lauf an echtem Code fing es eine plausible, falsche Variante, die jeden Test grün bestand, den ich selbst dazu geschrieben hätte. Der Fehler war für die Tests unsichtbar — weil er für den Menschen unsichtbar war, der sie schrieb. Ich behaupte nicht, dass dein Code korrekt ist — das kann niemand ehrlich. plumb findet Divergenzen im ausgeloteten Input-Raum, bevor „falsch" teuer wird. Sorgfalt, nicht Perfektion. Ab dem 09.12.2026 macht das EU-Recht daraus eine Frage, die man zeigen muss. Behaupten reicht dann nicht mehr. Die Maschine zieht die Linie. Wofür sie steht, bleibt deine Frage.