Post by Dr. Fabian Neuwahl

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Weshalb ich mich nicht immer über Bezugnahmen auf die Antike freue... ... in einem reichweitenstarken deutschen Podcast (die Herren weisen aus rechtlichen Gründen lediglich grobe Ähnlichkeit auf) wurde heute über Männlichkeit gesprochen - auch in der Schule ein wichtiges Thema. Als Einleitung diente die bevorstehende Geburtstagsfeier des amerikanischen Präsidenten. Dieser lasse mit der Kampfarena eine moderne Form der Gladiatorenspiele installieren und inszeniere sich damit als moderner Caesar. Bezüge zur Antike herzustellen empfinde ich dann als gewinnbringend, wenn sie uns unsere Gegenwart im Rahmen einer ausführlichen Analyse besser verstehen lassen. Anstelle einer solchen Analyse wirkte die Bezugnahme auf mich jedoch eher als historisches Etikettierungsinstrument unter Rückgriff auf den Topos des "Caesarenwahnsinns". Die Bilder sind einprägsam: Nero, der vor dem brennenden Rom Leier spielt. Caligula, der sein Pferd zum Konsul macht. Die mittlerweile gut erforschte historische Dimension bzw. Korrektur dieser Darstellungen wird nicht mit einbezogen. So kann uns die Antike wenig voranbringen, sondern dient lediglich als hübscher Hintergrund für unsere Positionierung. Keine Tiefe, nur oberflächliche Gewissheit. Schade. Aber im Unterricht machen wir mehr daraus - danke für die Anregung! _____________________ Vom Lateinunterricht bleibt mehr als der ablativus absolutus! PS: Wenn Caesar von sich in der 3. Singular spricht, ist das nicht der Pluralis Maiestatis (der dem Namen nach ein Plural ist), sondern Illeismus. Aber das wirklich nur post scriptum :-)

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