Post by Ein guter Verlag
2,453 followers
Es gibt Dinge, in denen wir ziemlich gut sind. Doch oft hat Fähigkeit leider gar nicht so viel mit Leidenschaft zu tun, wie man denken könnte. Für manche Dinge hast du vielleicht mehr Talent als (für) andere, klar. Das kann eine Riesenchance sein – oder aber zum ausgewachsenen Erwartungsdruck werden. Denn wenn so ein »in die Wiege gelegtes« Talent versehentlich als Bestimmung interpretiert wird, dann sitzt du möglicherweise eines Tages als gefeierte*r Star-Pianist*in in einer prächtigen Philharmonie und klimperst einem riesigen Publikum die Tränen in die Augen. Virtuos, aber freudlos: Weil es eigentlich immer das Getüftel an ölverschmierten Motoren war, das deine Augen zum Leuchten gebracht hat, Klavierhände hin oder her. Doch Talent ist ja nicht das Einzige, was Fähigkeiten ausbildet. Ziemlich viele Kompetenzen können wir uns genauso mit Disziplin aneignen. Das bedeutet wiederum: In etwas gut zu sein, heißt nicht unbedingt, dass es leicht ist. In etwas gut zu sein, kann auch einfach nur bedeuten, dass du zu einem bestimmten Zeitpunkt in deinem Leben in etwas sehr gut werden musstest. Und durch jahrelanges Training zum Profi wurdest. Zum Profi aus der Not. Nicht aus freien Stücken. Und schon gar nicht aus Liebe zur Sache. Und auf dieser Tatsache mal eine Runde rumzudenken, kann ziemlich spannende Schlüsselerkenntnisse über verschüttete Träume und tatsächliche Bedürfnisse ans Licht bringen. Die Pointe dieser Gedanken: Du kannst an jeder Stelle deines Lebens neu entdecken, wer du alles bist: wie du tickst und was dich glücklich macht. Um Begeisterung und Erfüllung nicht mehr zu verwechseln mit Talent und Kompetenz. Denn neben vorzeigbaren Fähigkeiten wäre doch auch Glücklichsein ein gutes Ziel, oder? Und noch etwas fürs Protokoll: Dass du etwas lieben kannst, ohne gut darin zu sein (was auch immer das heißen soll), das ist ja eh klar. Trau dich, Anfänger*in zu sein, auszuprobieren. Gut ist am Ende, was deine Augen leuchten lässt.