Post by Druckerei Landquart AG

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Auch wenn er sich mit Händen und Füssen dagegen gewehrt hatte, am Mittwochnachmittag wurde Noa Luca Demund beim Brunnen vor der Druckerei in Landquart offiziell gegautscht. Den alten Brauch des Druckerhandwerks musste der Polygraf über sich ergehen lassen, da er seine Ausbildung mit der sensationellen Note von 5.1 abgeschlossen hatte. Am Mittwoch regnete es endlich wieder mal, was für eine angenehme Temperatursenkung sorgte. Doch wegen dem Wetter die traditionsreiche Zeremonie der Druckerbranche ausfallen zu lassen, hatte niemand im Sinn. Wie ein gut gehütetes Geheimnis wurde der Termin innerhalb der Druckerei Landquart kommuniziert und mit viel Eifer wurde darauf geachtet, dass Noa Luca nichts davon mitbekommen würde. Als dann die Stunde schlug und die Mitarbeitenden Marianne Good (Gautschmeister), Roger Ammann (Schwammhalter) Michael Bieler, Remo Schoch und Johannes Candrian (Packer) bei ihm am Platz aufkreuzten, versuchte er doch noch dem ganzen Spektakel zu entkommen und schaffte es fast durch die Hintertür zu fliehen. Als er dann aber merkte, dass sich ein Wegrennen nicht lohnt, zog sich die mitgebrachten «Schwimmflügeli» über und fügte sich seinem Schicksal. Doch sein Widerstandswille schien weiter ungebrochen, so dass es vier Personen und eine ganze Menge Kabelbinder brauchte, um den störrischen Kerl zu bändigen. Mit Paukenschlägen wurde er dann zum Brunnen geführt und offiziell in die Welt der Schwarzkünstler überführt. Das Gautschen ist ein alter Brauch des Druckerhandwerks, der bis heute in vielen Betrieben bei bestandenem Lehrabschluss gepflegt wird. Ursprünglich diente das Ritual dazu, frisch ausgebildete Drucker symbolisch von den «Sünden der Lehrzeit» zu befreien. Dabei wird der oder die Ausgelernte von sogenannten Gautschmeistern auf ein Brett gesetzt und anschliessend in ein Wasserbecken oder einen Brunnen getaucht. Begleitet wird die Zeremonie von traditionellen Sprüchen und einem feierlichen Gautschbrief. Der Brauch hat seinen Ursprung im Mittelalter und geht auf das Auspressen von Wasser aus frisch geschöpftem Papier zurück. Auch dieser Vorgang wurde «gautschen» genannt. Heute steht die Zeremonie vor allem für Gemeinschaft, Respekt vor dem Handwerk und den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung. Das Gautschen verbindet Geschichte und Tradition mit einem unvergesslichen Erlebnis und erinnert daran, wie wichtig handwerkliches Können und beruflicher Stolz auch in der modernen Druckindustrie sind. Der leidenschaftliche Heavy Metal-Fan Noa Luca Demund wird ab August mit der Berufsmatura beginnen. Seine Kreativität wird ihn sicher immer wieder mal ins Rampenlicht spülen, sei es als Magier oder vielleicht auch wieder mal als Schauspieler, wie zuletzt in der RTR-Serie «L’Ultim Rumantsch». Die Druckerei Landquart gratuliert nochmals zum erfolgreichen Lehrabschluss und wünscht ihm für seine Zukunft alles erdenklich Gute. Sein toller Musikgeschmack und seine humorvolle Art werden uns im Alltag sehr fehlen.

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