Post by Dr. Stephan Barth
Doctor & Life Scientist I Development of Health Solutions I Scientific Communication
Have a brain - have a walk! Ein gutes Beispiel für die enge Verknüpfung zwischen Lebensstil und unserer systemischen Gesundheit ist der Einfluss der Bewegung auf die Hirngesundheit. Aber der Reihe nach: 🧠Tatsächlich ist unser Gehirn nicht wie eine starre Maschine, sondern eher wie ein Muskel der sich plastisch an unsere Aktivitäten anpasst. Und gerade wenn wir uns schrittweise fortbewegen, entstehen neue Nervenzellen und die Vernetzung unserer Neuronen wird unterstützt. Das Ergebnis? 🧠Die Anzahl der Kontaktstellen (Synapsen) steigt und die Masse der sog. "weißen Substanz" im Gehirn nimmt zu, die alle Verbindungsleitungen zwischen unseren Nervenzellen enthält. 🏃🏻♀️Kurz gesagt: Gehen und Laufen fördert die Plastizität unseres Gehirns und hält es dadurch auch in gewisser Weise jung und beweglich! 💃🏻Und genau diese Erkenntnis zur Formbarkeit des Gehirns eines Erwachsenen bis ins hohe Alter war vor einigen Jahren eine krasse wissenschaftliche Sensation! Denn früher glaubten Forscher bewiesen zu haben, dass sich das Gehirn nach Abschluss der frühen Kindheit nicht mehr verändern kann. Falsch gedacht! 🧠Denn mittlerweile hat die Forschung gut belegt, dass bestimmte Teile unseres Gehirns auch im Erwachsenenalter neue Neuronen bilden können. Diese Fähigkeit der Neubildung wird übrigens Neurogenese genannt und trägt zur sogenannten Neuroplastizität des Gehirns bei, die funktionelle und strukturelle Um- und Aufbauprozesse umfasst, die durch Bewegung sogar gezielt unterstützt werden können. 🚀Diese bewegungsinduzierte Stimulation der Neuroplastizität wird übrigens nicht nur für die Prävention von Demenz und Alzheimer genutzt, sondern wird auch therapieunterstützend bei Depressionen eingesetzt! Deshalb finde ich es ganz fantastisch, dass Sporttherapie bei Depression eine gute Alternative zur Psychotherapie bieten könnte, die Wartezeiten verkürzt und den Gesundheitszustand Betroffener nicht nur stabilisieren, sondern sogar verbessern kann. 🧠Schauen wir nun auf meinem Titelbild die bunten Aktivitätsmuster in unserem Gehirn an, wenn wir 20 Minuten sitzen im Vergleich zu 20 Minuten spazieren gehen. Bereiche hoher Hirnaktivität werden mit warmen Farbtönen markiert. Ein echt krasser Unterschied, der sehr anschaulich macht, dass unser Körper einfach nicht fürs Sitzen gemacht ist, auch wenn unser moderner Lebensstil uns immer öfter dazu zwingt. Sitzen ist das neue Rauchen - auch für die Birne! In diesem Sinne... bleib´ NEU-gierig und in Bewegung! 👉🏻Nicht verpassen: morgen Nachmittag erscheint mein monatlicher Newsletter, diesmal zum Thema "mentale Gesundheit" - Link zur Anmeldung im Kommentar. (Hirnscan Credits: Dr. Chuck Hillman, University of Illinois)