Post by Dr. Robin Mishra
Abteilungsleiter Geschichte und Erinnerung / Head of Department History and Remembrance
Bei glühender Hitze wurde heute im Berliner Tiergarten das Mahnmal für die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Zeugen Jehovas der Öffentlichkeit übergeben. Die fünf Meter hohe Bronzeskulptur erinnert an einen Baum, der Künstler Matthias Leeck hat die Einkerbungen auf der Basis von Fotos gestaltet, die er in ehemaligen Konzentrationslagern aufgenommen hat. Aufgestellt ist das Mahnmal am Goldfischteich, an dem die Zeugen Jehovas in der 1930er-Jahren einen Liegestuhlverleih unterhielten und ihren Widerstand koordinierten. Die Nationalsozialisten haben über 15.000 Menschen als Bibelforscher verfolgt, 1.750 von ihnen hingerichtet - unter anderem, weil sie den Kriegsdienst verweigerten. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner erinnerte an sie als „Menschen, die bitteres Unrecht erlitten und dennoch immer wieder Menschlichkeit zeigten.“ Kulturstaatsminister Wolfram Weimer lobte das Mahnmal als Zeichen für Empathie und religiöse Toleranz. Es war bewegend, dabei zu sein und die #Erinnerungskultur um einen weiteren wichtigen Baustein ergänzt zu sehen.