Post by Dr. Katrin Schuhen

Weil Wasser uns alle angeht | Gründerin & Geschäftsührerin Wasser 3.0 gGmbH | Autorin von Kriminalfall Mikroplastik & Rebellin des Wassers | Zukunftsmacherin 2025 | Top 100 Women in Social Enterprises (EU)

10 Jahre jage ich denselben Täter. Und das Frustrierende ist nicht, dass er unsichtbar ist. Sondern dass wir ihn längst hätten überführen können. Nicht, weil wir zu wenig über #Mikroplastik reden. Sondern weil wir zu oft über Einzeldatenpunkte reden. Und ein Einzeldatenpunkt ist kein Beweis – er ist eine Anekdote. Anekdoten erzeugen Meinungen, und die sind je nach Menschentyp maximal unterschiedlich. So dreht sich die Debatte im Kreis, während der Täter unsichtbar weiterarbeitet. Gerade schwimmt der Extremschwimmer Dr. Joseph Heß die Donau. 2.850 Kilometer, 10 Länder. In 60 Tagen. So das Ziel. Das Besondere ist nicht das Schwimmen an sich, sondern die Verbindung von #Extremsport mit #Wissenschaft. Es ist kein Influencer-Event, das nach dem letzten Kraulschlag verpufft, sondern eine Kooperation mit Weitblick. Für Joseph endet die Reise am Schwarzen Meer. Für mich geht sie weiter – wie seit 10 Jahren. Denn der Fall wird nicht im Wasser gelöst, sondern mit dem, was danach passiert. Im Protokoll dahinter. Wer hätte gewusst, dass: - Analyse = Messmoment. Ein Gerät zählt Partikel in einer fertigen Probe. - Analytik = der gesamte, qualitätsgesicherte Weg: wann, wo, in welcher Tiefe, mit welchem Gerät eine Probe genommen wird – bis zur vergleichbaren Auswertung und Datenbereitstellung ist? Der Kern meiner Ermittlungsarbeit in diesem Kriminalfall ist klar und komplex zugleich: Mikroplastik verteilt sich ungleichmäßig. Zwei Proben aus demselben Fluss können völlig abweichende Werte liefern. Ohne standardisierten Gesamtprozess ist selbst eine perfekte Messung wertlos, weil sie sich mit nichts vergleichen lässt. Deshalb nehmen wir Wasserproben mitten aus der Donau und aus der Uferzone. Mein Team von Wasser 3.0 gGmbH arbeitet die Proben nach einem Standard-Protokoll auf, so wie schon an Alb, Queich, Rehbach, Neiße und Neckar. Die Dichte an Datenpunkten liefert Antworten. Denn erst Häufigkeit und Harmonisierung machen aus 2.850 Kilometern ein durchgehendes Bild. Unsere Daten bleiben, lange nachdem Joseph das Wasser verlassen hat. Warum jetzt? Im Februar 2026 hat der EU-Rat Mikroplastik erstmals auf die Wasser-Beobachtungslisten gesetzt. Politik kann aber nur handeln, wenn die Datengrundlage belastbar ist. Genau die bauen wir – Kilometer für Kilometer. Meine wichtigste Erkenntnis nach 10 Jahren: Wir haben kein Erkenntnisproblem. Wir haben ein Standardisierungsproblem. Und selbst das nicht wirklich – es wissen nur zu wenige davon. Genau deshalb müssen wir reden. Die EU muss verstehen, dass fortwährende Verzögerung und Verdrängung keine Lösung ist. Wir brauchen Vernetzung ohne Star-Allüren, damit aus Einzelkämpfern eine Ermittlungseinheit entsteht. Der Täter ist unsichtbar. Die Spuren sind überall. Der Fall kann noch gelöst werden. Wir müssen nur hinsehen, mitdenken und sinnstiftend handeln. PS: Wer errät, wo das Foto gemacht wurde? #Mikroplastik #detectremovereuse #Donau2850 #Analytik #Wasserqualität

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