Post by Dr. Ina Schmidt

Autorin, Speakerin, Moderatorin, Angewandte Philosophie und politische Bildung

“Das war wirklich ein gutes Gespräch” - wenn sich Menschen nach einer Veranstaltung für den Abend bedanken und dann dieser Satz fällt, ist etwas gelungen, das alles andere als selbstverständlich ist. Ein gutes Gespräch ist das Ergebnis von unterschiedlichen Elementen, die nicht alle plan - oder beeinflussbar sind. Und doch notwendige Annäherungsversuche brauchen, die oft zu wenig Aufmerksamkeit bekommen. Etwas “gelingen” zu lassen bedeutet, sich auf ein komplexes Zusammenspiel lebendiger Dynamiken einzulassen, von der man selbst ein Teil ist. Eine Party, ein Abend mit Freunden kann ein voller Erfolg werden oder sich träge in die Länge ziehen, selbst wenn wir vermeintlich alles richtig gemacht haben. Es braucht dir Balance zwischen Vorbereitung, Rahmenbedingungen, einer guten Portion Gastfreundschaft und der Bereitschaft zur Improvisation. Auch ein gutes Gespräch setzt sich daraus zusammen und: es will geführt werden! Ein solcher Austausch lebt von der Neugier der Beteiligten am Wissen und der Kompetenz, vielleicht den Erfahrungen des „anderen“ (Martin Buber) und wird damit im besten Sinne zu einer geistigen Begegnung, die interessiert und gleichzeitig um das Eigene wissend einen Zwischenraum aufmacht, den es trotz möglicher Unterschiede gemeinsam zu füllen gilt. Es hat einen Anfang und meist ein Ende, thematische Schwerpunkte und darin auch hin und wieder erkennbare Grenzen. Diese Kunst bzw. der ernst gemeinte Wunsch, sich in einem solchen Dialog „zur Sprache zu bringen“ (Peter Bieri) ist eine ziemlich herausfordernde Angelegenheit, die sich gerade nicht auf die Kenntnis von Techniken reduzieren lässt, sondern den ganzen Menschen braucht - in all der fragenden und fragmentarischen Begrenztheit, die die Bereitschaft zu einem solch wahrhaften Gespräch mit sich bringt. Und gerade deshalb freue mich sehr über die Planungen zu den Reinbeker Stadtgesprächen, einem neuen Format mit den wunderbaren Gesprächspartnern Christian Uhle, Dr. Hans Rusinek Dr. Isabella Hermann und Bertram Kasper, die im Oktober zur langen Nacht der Demokratie starten werden. Über Themen und Termine mehr nach dem Sommer. Das Foto ist übrigens bei einem Gespräch im Heinz Nixdorf Museums Forum in Paderborn entstanden bei der Überlegung, wie wir mehr Zuversicht für das entwickeln können, was wir als Zukunft gern gestalten würden.

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