Post by Dr. Fritz Audebert
CEO und Gründer ICUnet.AG
Während die Welt auf die großen Zentren schaut, entstehen neue wirtschaftliche Kraftfelder nicht selten dort, wo wir sie zuletzt vermuten. Mit genau diesem Blick kamen beim diesjährigen Symposion des Neuburger Gesprächskreises auf Schloss Neuburg am Inn hochrangige Vertreter*innen aus Diplomatie, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien zusammen. Unter dem Titel „Hidden Regions & Champions – Wie Diplomatie und Wissen neue Märkte erschließen“ richteten wir den Blick bewusst auf Regionen, die oft unterschätzt werden – wirtschaftlich, technologisch und geopolitisch. Äthiopien, Israel, Italien, Kanada und die Ukraine – fünf sehr unterschiedliche Räume, die eines verbindet: Starke Forschungscluster, spezialisierte Industrien und enormes Potenzial für wirtschaftliche und wissenschaftliche Partnerschaften. Gerade in einer Welt im Umbruch wird dieser Blick immer wichtiger: Die Welt(wirtschaft) wird multipolarer, regionaler und politischer. Die entscheidende Frage lautet heute nicht mehr nur: Wo entstehen Wachstum und Innovation? Sondern: Wo entstehen verlässliche Partnerschaften? Genau darin liegt für mich eine zentrale Erkenntnis: Wir müssen mehr über Diplomatie sprechen als über Kriege. Denn erfolgreiche Partnerschaften entstehen nie einseitig. Wie Michael Köller sagte: „Europa ist nie eine Einbahnstraße – es geht immer darum, voneinander zu lernen.“ Auch S.E. Prof. Dr. Martin Selmayr (Botschafter beim Heiligen Stuhl, San Marino und beim Malteserorden sowie Leiter der Europäischen Delegation in Rom) brachte es in seiner exzellenten Dinner Speech auf den Punkt: „Wir leben derzeit nicht in einer Ära des Wandels. Wir erleben den Wandel einer Ära.“ Ein Satz, der sich wie ein roter Faden durch das gesamte Symposion zog. Geopolitische Spannungen, technologische Disruptionen und neue „Welt(Handels)[Un]Ordnungen“ verändern nicht nur Märkte – sie verändern die Spielregeln unserer Zusammenarbeit. Prof. Dr. Sebastian Krautheim brachte dafür ein starkes Bild: „Wenn die Welt(wirtschaft) politischer und unsicherer wird, müssen wir die Scheuklappen unserer Disziplinen ablegen.“ Genau das wurde in den Panels sichtbar: Zukunftsfähigkeit entsteht dort, wo wirtschaftliche, kulturelle und politische Anpassungsfähigkeit zusammenkommen. Diplomatie ist längst mehr als Außenpolitik. Sie ist Türöffner für wirtschaftliche Partnerschaften, wissenschaftliche Kooperationen und neue Märkte. Und vielleicht war genau das die wichtigste Erkenntnis dieses Tages: Netzwerke, Austausch und gegenseitiges Verständnis sind die Grundlage für Fortschritt. Als 1. Vorsitzender des Neuburger Gesprächskreises freut es mich daher besonders, dass wir mit diesem Symposion genau diesen Raum für neue Perspektiven und verlässliche Verbindungen schaffen konnten. Wie unser Präsident, Prof. Dr. Jan H. Schumann treffend sagte: „Der Neuburger Gesprächskreis ist mehr als ein Forum des Austauschs. Gerade in anspruchsvollen Zeiten sind Netzwerke besonders wichtig.“
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