Post by Doris Lindner

Führung, die wirkt. Teams, die bleiben.

Der Busfahrer und die Diskokugel. Letzten Sonntag war ich mit meiner Schwester auf einem Konzert in Coburg. Auf dem Weg zum Parkplatz: Wolkenbruch, Gewitter, alle saßen erst mal im Auto fest. Der Shuttlebus wartete schon mitten im Regen. Beim Einstieg begrüßte uns der Fahrer fröhlich: „Wo kommt ihr denn plötzlich alle her?" Drinnen lief laute Musik – von genau den beiden Bands, die abends spielen sollten. Beim Aussteigen verabschiedete uns der Fahrer noch mit: „Herzlichen Glückwunsch, ihr seid heute die erste Gruppe, die nicht klatschnass am Konzertgelände ankommt." Alle lachten. Nach dem Konzert ging es dann erst richtig los. Der Bus war voll, die Tür ging gerade noch zu. Draußen stockdunkel, drinnen pure Energie: Die Musik lief wieder, eine Diskokugel warf Lichtpunkte durch den ganzen Bus, gefühlt sang jeder lauthals mit. Am Kreisverkehr riefen plötzlich mehrere Leute: „Ehrenrunde!" Und der Busfahrer fuhr tatsächlich eine ganze Extrarunde – unter großem Jubel. Dieser Mann hatte eine einzige Aufgabe: Menschen von A nach B bringen. Türen auf, Türen zu, nächste Fahrt. Hätte er gekonnt. Niemand hätte sich beschwert. Stattdessen hat er geschaut, wer da vor ihm sitzt. Hat die Stimmung aufgegriffen. Hat aus einer Funktion ein Erlebnis gemacht. Der Aufwand: vermutlich gering. Die Wirkung: riesig. Genauso ist es in der Führung. Mitarbeitende erinnern sich nicht nur daran, ob ein Prozess funktioniert hat. Sie erinnern sich daran, wie sie sich dabei gefühlt haben. Ob jemand aufmerksam war. Ob sich jemand Gedanken gemacht hat. Verbindung entsteht selten durch große Ansagen. Viel öfter durch den Moment, in dem jemand merkt: Da hat einer mitgedacht. Welche kleine Geste hat bei dir mal richtig viel bewirkt? Schreib's gern in die Kommentare. Mehr davon gibt's jede Woche in meinem Newsletter – Link im ersten Kommentar.

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