Post by Dipl.Ing.TU.Christian Willim
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Nichts dazugelernt – hausgemachte Reformwalze. Wer die Zeche zahlt ist klar! Vierzig Jahre sind vergangen,die Probleme sind geblieben.Franz Josef Strauß sprach einst von Umverteilung,ausufernden Staatsausgaben,wachsender Bürokratie und vom Glauben,Wohlstand lasse sich vor allem durch staatliche Verteilungspolitik erzeugen.Wer sich heute das alte Filmmaterial ansieht, erkennt weniger,wie fern uns diese Zeit geworden ist,als vielmehr,wie erschreckend vertraut die Debatten klingen.Dieselben Versprechen,dieselben Rezepte,dieselben Schlagworte – nur mit neuen Gesichtern und anderen Parteifarben. Argumentationsmuster sind im Kern seit Jahrzehnten erstaunlich stabil: Misstrauen gegenüber Marktmechanismen,die Hoffnung auf die steuernde Hand des Staates,die Vorstellung,Gerechtigkeit lasse sich primär durch Umverteilung und immer höhere Staatsquoten herstellen.Verändert hat sich vielmehr die politische Spielwiese.Wo früher Persönlichkeiten mit politischer Überzeugung,intellektueller Schärfe und erheblicher rhetorischer Wucht gegenhielten,findet man heute in der selbsternannten Mitte immer weniger klare Profile. Angepasste Vertreter,die sich als Neutralisierer verstehen (stets unverbindlich) Die Argumente wiederholen sich,die Rezepte bleiben gleich.Die strukturellen Probleme – von hoher Abgabenlast über Investitionsschwäche bis zur Bürokratie – werden zwar laut beklagt,aber selten in ihrem systemischen Zusammenhang gedacht.Man gewinnt den Eindruck,die Politik habe über Jahrzehnte nicht nur geschlafen,sondern bewusst weggesehen: Krisen werden verwaltet,Symptome werden behandelt,doch die tieferliegenden Anreizstrukturen bleiben unangetastet. Der Staat dehnt seine Kompetenzen aus,verspricht Sicherheit und Gerechtigkeit,während er zugleich die Rahmenbedingungen verschlechtert,unter denen Wohlstand überhaupt erst entstehen kann. Die Spurensuche eines politischen Fehlverhaltens beginnt daher nicht bei einzelnen Skandalen oder spektakulären Fehlentscheidungen,sondern bei einer stillen Verschiebung: dem schleichenden Verlust ökonomischer Vernunft in der politischen Mitte.An die Stelle eines solidarischen Freiheitsverständnisses, Risiko und verlässliche Regeln in den Mittelpunkt stellt,ist eine Politik getreten,die sich im Verteilen und Regulieren erschöpft.Fehlverhalten zeigt sich hier nicht als spektakuläre Übertretung,sondern als zähe Weigerung,aus Geschichte zu lernen. Vor diesem Hintergrund wirkt der Vergleich mit Strauß nicht wie nostalgische Verklärung,sondern wie eine nüchterne Kontrastfolie: Früher trafen ökonomisch Positionen auf sozialistische Argumente; heute prallen sozialistische, rechtsextreme oder staatszentrierte Ansätze allzu oft auf ritualisierte Mitte‑Rhetorik ohne ökonomisch verantwortlicher Tiefe.Das eigentliche Fehlverhalten der Politik liegt daher weniger in einzelnen Entscheidungen als in dieser strukturellen Selbstentleerung. Vierzig Jahre sind vergangen.Die Probleme sind geblieben.Die Reformwalze rollt und das Volk zahlt.