Post by Detlev Zander
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Anerkennung beginnt beim Menschen nicht bei Tabellen In den letzten Monaten habe ich zunehmend den Eindruck, dass sich die Debatte um finanziellen Anerkennungsleistungen stärker an Gerichtsurteilen, Vergleichsfällen und Summen orientiert als an den Menschen selbst. Natürlich können Urteile eine Orientierung geben. Aber sie können niemals die ganze Wirklichkeit eines Lebens abbilden. Sexualisierte Gewalt hinterlässt keine standardisierten Folgen. Manche verlieren ihre Gesundheit. Andere ihre Ausbildung, ihren Beruf, ihre Beziehungen oder ihr Vertrauen in Menschen. Viele tragen die Folgen ein Leben lang mit sich. Was auf dem Papier ähnlich aussieht, kann in der Realität völlig unterschiedlich sein. Deshalb macht es mich nachdenklich, wenn immer häufiger über Beträge gesprochen wird, aber immer seltener über die Menschen, Traumaspätfolgen, Lebensbrüche und die individuellen Auswirkungen der Gewalt. Anerkennungsverfahren in der EKD und Diakonie wurden nicht geschaffen, um Menschen in Kategorien einzuordnen. Sie wurden geschaffen, um individuelles Leid anzuerkennen. Genau dorthin sollten wir wieder zurückkehren. Denn Leid lässt sich nicht verallgemeinern. Und Anerkennung darf es auch nicht. #Aufarbeitung #SexualisierteGewalt #Anerkennung #Traumafolgen #Kindesmissbrauch #Betroffenenbeteiligung #EKD #Diakonie #InstitutionelleAufarbeitung #DetlevZander Evangelische Kirche in Deutschland Diakonie Deutschland