Post by Deniz Aytekin

Referee | Speaker | Entrepreneur

7.000.000 Hasskommentare hat die FIFA während der WM gelöscht. 2022 waren es 470.000. Ja, es waren mehr Spiele – 40 mehr. Das sind +60% Spiele und +1.400% Hass. Über 1.000 Fälle landeten bei den Strafverfolgungsbehörden. Getippt wurden sie vermutlich fast alle vom Sofa aus, im Glauben, dort gelte anderes Recht als im Stadion. Ich kenne das aus über 20 Jahren Profisport. Nach manchen Spielleitungen war das Postfach voll. Irgendwann nannte ich das "normal" und habe erst später verstanden, was dieses Wort eigentlich bedeutet: Wir hatten uns daran gewöhnt. Alle. Ich auch. Heute trifft es längst nicht mehr nur den Sport. Politiker, Führungskräfte, Lehrkräfte, Journalistinnen, Ärztinnen, Einsatzkräfte und viele andere, die Verantwortung übernehmen oder öffentlich sichtbar sind, erleben dieselben Anfeindungen. Hinter jedem dieser Menschen stehen Familien. Partner. Kinder, die mitlesen, was Fremde über ihre Mutter oder ihren Vater schreiben. Kritik habe ich 20 Jahre gehört, oft zu Recht. Das gehört dazu. Aber zwischen Kritik und Hass liegt eine Grenze, die man nicht verhandeln muss.

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