Post by Daniel Mautz
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Ölkonzerne kaufen Deutschlands Offshore-Zukunft und lassen sie einfach verrotten TotalEnergies und bp haben 2023 bei Offshore-Wind-Auktionen zusammen 12,6 Milliarden Euro geboten. Ein Jahr später legte TotalEnergies nochmal fast zwei Milliarden drauf. Insgesamt sicherten sich die beiden Ölkonzerne rund acht Gigawatt Kapazität in Nord- und Ostsee. Das entspricht fast der gesamten aktuell installierten Offshore-Leistung Deutschlands. Shell und Ørsted boten damals nicht mit. Bei diesen Summen kein Wunder. Jetzt wollen beide die Flächen offenbar zurückgeben. TotalEnergies verweist auf verzögerte Netzanschlüsse. BP hat seine Offshore-Aktivitäten längst in ein Joint Venture mit dem japanischen Konzern JERA Co., Inc. ausgelagert. Gemeinsam haben sie einen Re-Order-Plan vorgelegt, der das gesetzliche 70-Gigawatt-Ziel um 16 Jahre nach hinten schieben würde. Von 2041 auf 2057. Kein Tippfehler. Gleichzeitig hat TotalEnergies im März 2026 seinen kompletten Rückzug aus US-Offshore-Wind besiegelt. Das zurückerstattete Geld fließt laut Konzernchef Pouyanné in den Bau einer LNG-Anlage und in Öl- und Gasförderung. So sieht Energiewende im Verständnis eines Ölkonzerns aus. Ob das von Anfang an Kalkül war oder einfach strategische Arroganz, ist fast egal. Das Ergebnis ist identisch. Milliarden Kilowattstunden sauberer Strom stehen auf der Kippe, weil Ölkonzerne Flächen blockieren, die sie nicht bebauen wollen. Das Windenergie-auf-See-Gesetz erlaubt eine Rückgabe eigentlich nicht. Aber die Konzerne arbeiten längst an einer Deal-Logik, die genau das ermöglichen soll. Und fordern dabei auch noch Geld vom Staat zurück. In der Immobilienbranche nennt man das Spekulationsleerstand. In der Energiepolitik nennt es ein Kenner ein energiepolitisches Drama. Beides untertrieben. Link: https://lnkd.in/eWatwiX9