Post by Daniel Jungblut

Stories & Strategery | Palmer Hargreaves

Endlich wieder Festivals! Etwas mehr Rock hätte dem Ring in #Bayreuth aber gut getan. Wagners #Walküre wurde in diesem Jahr durch den über 80jährigen Aktionskünstler Hermann Nitsch begleitet, der während der ansonsten konzertanten Aufführung die Wände und den Boden der Bühne mit Farbe zuschütten ließ. Das war 10 Minuten interessant, und dann 160 Minuten ziemlich langweilig. Und auch etwas störend, weil das ewige Pitschen und Platschen der Maler nicht zu überhören oder übersehen war. Selbst beim Walkürenritt kommt nur wenig Dramatik auf, wenn im Hintergrund ein paar Handwerker die Bühne tapezieren. Musikalisch dann leider auch eher durchwachsen. Lise Davidsen singt eine fantastische Sieglinde, aber die Partitur wurde durch das Dirigat dermaßen lahmarschig ausbuchstabiert, dass man fast einschlafen möchte. Wenn es denn nicht die ganze Zeit pitschen und platschen würde. Schade. Die Walküre hätte heute eine gute Geschichte zu erzählen. Ihren Grundkonflikt zwischen Pflichterfüllung und Leidenschaft erkennt man auch in den aktuellen Debatten zu #Corona oder #Klimaschutz. Man muss aus Brünhilde keine Greta machen, und aus Hunding keinen Streeck, aber etwas konkreter und zeitgemäßer wäre schon gut gewesen. Eine Rezension: https://lnkd.in/gh5ZxXp Szenenfotos von Enrico Nawrath.

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