Post by Daniela Diepold

Doktorandin Tierernährung Vetsuisse Zürich

Jeder Beruf, der mit Lebewesen zu tun hat, besitzt eine Dauerkarte für die rasende Achterbahn der Gefühle. Kranke Tiere oder Menschen brauchen schnelle Hilfe und fordern dabei ihren Tribut. Oft kann man es gar nicht glauben, was alles mit Tieren angestellt wird und könnte einfach nur noch Schreien. Weinen. Oder mit den Zähnen knirschen. Doch da das Tier stets mit einem menschlichen Besitzer zu dir kommt, musst du erst mal eine freundliche Fassade bewahren und emphatisch auf die Halter eingehen, egal wie sehr sie dich aufregen. Der Mops, der verzweifelt um Luft ringt. Die Kuh, die todkrank ist und trotzdem noch weiter Milch gibt. Das gestresste Rennpferd, das zu 90% an einem Magengeschwür leidet. Das Ferkel, das kümmert und somit nichts mehr wert ist oder das namenlose Legehuhn, das in der Masse untergeht. Diese inneren Kämpfe bleiben nicht ohne Spuren. So manche Zornesfalte, so manche graue Strähne oder ein müder Blick schreiben ihre eigene Geschichte. Was man lernen muss ist Grenzen zu ziehen, um sich selbst zu schützen. Sich nicht 24/7 aufzuopfern, nicht am Abend noch 1000 mal die Fälle des Tages durchzugehen oder am Tierleid dieser Welt zu verzweifeln. Viel wichtiger ist es, sich klar zu machen, was man alles leistet und wie vielen Tieren & Menschen man schon helfen konnte! Veterinärmedizin ist eine große Aufgabe, eine Berufung. Ich bin gespannt, wie ich das alles meistern werde 🩺 📸 Credit: Das Bild ist von der großartigen Fotografin Susi Suttner und Teil ihrer Meisterarbeit über das Thema Qualzucht. #tierarzt #tiermedizin #tierärztin #veterinärmedizin

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