Post by Christoph Post
Führungskräfte wirksam machen – von innen heraus | Sicherer Raum für Klarheit, Wirksamkeit & Life-Balance | Coach · Berater · Trainer · Autor ”Your Choice” | NLP · Reiss · 9 Levels
Vier Menschen steigen verspätet ins Flugzeug. Und werden von einer ganzen Kabine verurteilt. Gestern passiert: Rückflug nach Deutschland. Die Maschine hatte Verspätung. Nach dem Boarding mussten wir erneut warten. Die Maschine war voll, viele Menschen wollten einfach nur noch nach Hause. Dann kamen vier Passagiere an Bord. Sofort war die Stimmung gegen sie gerichtet. Genervte Kommentare. Abfällige Blicke. Sogar demonstratives Klatschen. Wie könne man nur so spät kommen und alle anderen warten lassen? Was die meisten nicht wussten: Die vier waren rechtzeitig am Flughafen gewesen. Wollten mit mir zusammen einsteigen. Es gab ein Problem mit dem Buchungssystem. Ein Problem, für das sie nichts konnten. Ich fand diese Situation bemerkenswert. Wir kamen alle aus dem Urlaub. Eigentlich aus einer entspannten Zeit. Und trotzdem reichten wenige unvollständige Informationen, um Menschen zu verurteilen und den eigenen Ärger ungefiltert an ihnen auszulassen. Der Ärger über die Verspätung der Maschine und das komplizierte Einchecken war nachvollziehbar. Aber die vermeintliche Gewissheit über die Schuldigen war es nicht. Warum fragen wir nicht erst einmal: Was ist passiert? Stattdessen entsteht aus einer Beobachtung eine Annahme. Aus der Annahme wird eine Überzeugung. Und aus der Überzeugung wird eine Handlung. Das begegnet mir nicht nur im Flugzeug. Auch im (beruflichen) Alltag bilden wir uns schnell eine Meinung über Menschen, Entscheidungen oder Situationen – obwohl uns wesentliche Informationen fehlen. Vielleicht sollten wir uns deshalb häufiger fragen: Was weiß ich wirklich? Und was nehme ich gerade nur an? Warum fühle ich mich so getriggert? Dieser kleine Unterschied kann verhindern, dass wir Menschen vorschnell verurteilen – und auf etwas einschlagen, dessen Geschichte wir noch gar nicht kennen. Oder uns vor den Karren anderer Menschen spannen lassen, obwohl wir gar nicht alle Fakten kennen, sondern nur aus eine Emotion heraus agieren. Was konnte ich tun. Zumindest in meinem Sitzumfeld, für Aufklärung sorgen. Da wurden wenigstens einige Menschen etwas ruhiger und die Stimmung kippte in Verständnis, statt in Wut.