Post by Christoph Hesse
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Die Energiewende ist längst kein Erkenntnisproblem mehr – sondern ein Strukturproblem. Ein aktuelles Interview mit VKU-Präsident Thorsten Kornblum in der ZFK (https://lnkd.in/e86bV7UG) bringt es auf den Punkt: „Die Entwicklung ist eine riesige Herausforderung für die Stadtwerke, bietet aber auch Chancen, etwa für Kooperationen.“ Ja, Kooperationen sind wichtig. Aber ehrlich gesagt: Das greift zu kurz und zeigt nur wenig Veränderungsbereitschaft. Wenn wir über die Zukunft der Energieversorgung sprechen, müssen wir uns eine unbequeme Frage stellen: Wie fragmentiert darf das System überhaupt noch sein? Aktuell sprechen wir in Deutschland von rund - 870 Verteilnetzbetreibern und - über 1.300 Stromanbietern Gleichzeitig stehen wir vor einer historischen Investitionswelle: - Netzausbau - Wärmewende - Digitalisierung - Integration erneuerbarer Energien Und das alles bei kommunalen Haushalten, die vielerorts am Limit laufen, wie auch im ZfK-Interview deutlich wird. Kooperationen sind oft der erste Schritt. Aber sie ersetzen keine klare Antwort auf die eigentliche Frage: 👉 Brauchen wir wirklich diese Vielzahl an kleinteiligen Strukturen? Denn: - Synergien bleiben oft ungenutzt - Skaleneffekte werden verschenkt - Investitionskraft wird fragmentiert - Wir verlieren wertvolle Zeit. Ich glaube, wir müssen den Blick weiten, auch über gewachsene Grenzen hinaus: - Regionale Zusammenschlüsse neu denken - Versorgerstrukturen kritisch analysieren - Landesgrenzen nicht als Denkgrenzen akzeptieren, wie zum Beispiel bei uns in Rheinland-Pfalz Es geht nicht um Zentralisierung um jeden Preis. Aber es geht um wirksame, schlagkräftige Strukturen für eine neue Realität. Am Ende geht es um eine Kernfrage, die wir vielleicht zu lange verdrängt haben: 👉 Wie viele Energieversorger braucht Deutschland für eine erfolgreiche Energiewende? Die Diskussion erinnert mich stark an die Entwicklung der Krankenkassen: Auch dort haben wir erkannt, dass Vielfalt nicht automatisch Effizienz bedeutet. 👉 Mein Fazit Die Energiewende wird nicht daran scheitern, dass wir sie nicht wollen. Sondern daran, dass wir uns nicht trauen, die richtigen strukturellen Konsequenzen zu ziehen. Kooperation ist ein Anfang. Aber Strukturreformen sind der Hebel. Lasst uns diese Diskussion jetzt führen: offen, ehrlich und ohne Denkverbote. #Energiewende #Stadtwerke #Transformation #Netzausbau #Digitalisierung #Kommunen #Kooperation #teamevm