Post by Carsten Schäfer
Passionate about Scaling & Investing
Funding bekommt man, wenn jeder Investor die Wachstumskurve in fünf Minuten versteht. Die meisten Deeptech-Teams bekommen ihr Funding nicht – aus genau dem Grund. Ich war zu Gast im Kurs Entrepreneurship an der Wiesbaden Business School Business School, eingeladen von Dennis Albert. Nach dem Vortrag habe ich mit jedem Projektteam einzeln über ihre Finanzierungsstrategien gesprochen. Bei vielen Ventures ist die Logik für Investoren einfach: klare Zielgruppe, klare Unit Economics, schnelle Feedback-Loops. Man baut, testet, lernt – in Wochen, nicht Jahren. Die Wachstumskurve lässt sich aus Kohortendaten ableiten. Genau das können Investoren bewerten. Bei Deeptech stapeln sich drei Unsicherheiten gleichzeitig: 1. Unklarer Nutzen – oft weiß das Team selbst noch nicht, für wen die Technologie den größten Wert schafft. 2. Unklarer Markt – direkt verkaufen, lizenzieren, über Konzernpartnerschaften? B2B oder B2G? 3. Lange Finanzierungszyklen – Technologiereife, Zertifizierung, Pilotphasen ziehen sich über Jahre, nicht Wochen. Wer hier mit dem klassischen VC-Wachstumsplaybook pitcht, scheitert nicht an der Technologie. Er scheitert daran, dass die Finanzierungsstrategie nicht zum eigenen Profil passt. Was stattdessen funktioniert: - Fördermittel nutzen, um frühe Technologiereife-Phasen zu überbrücken. - Pilotprojekte mit Konzernen als Marktvalidierung und Zwischenfinanzierung zugleich einsetzen. - Eigenkapitalrunden an technische Meilensteine koppeln – nicht an Nutzerwachstum. Genau das war die Arbeit mit den Teams: nicht die Technologie pitchen, sondern die Finanzierungsstrategie zur eigenen Phase bauen. Ein wirklich tolles Format mit echten Problemen und Mehrwert für alle Studierenden!