Post by Carsten Donath

Neurodivergenter Lernwegbegleiter und Zwischendenweltenpendler als Rentner

Geh-fühl- danken Die leise Kunst des unperfekten Glücks ​Die Sonne blinzelt bereits wach und schiebt die Temperaturen auf dem Thermometer ganz allmählich in die Höhe. Noch gehört die Welt der morgendlichen Kühle und einer wunderbaren, fast andächtigen Stille unterbrochen vom Gurren der Ringeltaube. Es ist ein Sekundenmoment, um tief durchzuatmen und das Fundament für den Tag zu spüren. ​Oft sind es gerade die Dramen, die nicht passieren, für die wir am tiefsten dankbar sein dürfen: Jens hat seinen Abszess gut überstanden – kein Krankenhaus, keine Atemnot, einfach nur ein souverän abgewendeter Sturm dank eines besonnenen Zahnarztes. Ein stilles, kleines Hurra auf die rettende Kompetenz im richtigen Moment! ​Zugegeben, manchmal knarren die Stufen in unserem Lebenshaus spürbar lauter. Das Treppensteigen bei mir glich heute eher einer kleinen Bergetappe als einem leichtfüßigen Tanz. Aber: meine Mission ist erfüllt, die Tonnen stehen draußen! Es sind genau diese kleinen, handfesten Siege über die eigene Bequemlichkeit (oder eben auch die Schwerkraft), die uns ein Lächeln entlocken. ​Selbst eine terminliche Doppelbelegung erwies sich nicht als Stressfalle, sondern als unerwartetes Geschenk: Es ließ sich mit warmem, menschlichem Verständnis der Gegenseite ohne Probleme verschieben, so dass aus dem Fehler eine bereichernde Begegnung wurde. Wir bleiben wahrlich Lernende des Alltags. ​Mein Fühlgedanke für heute: Wahres Glück ist wohl keine makellose Hochglanz-Fassade. Es ist ein Mosaik aus vielen kleinen, gelebten Momenten. Es muss überhaupt nicht alles perfekt sein, um sich richtig anzufühlen. Zufriedenheit bedeutet, sich genau in diesen unperfekten, echten Gegebenheiten voller Vertrauen einzurichten. ​