Post by Ben H.
Journalist & investigations
#DeutscheBahn Online #Spurensuche, Gone Rogue: Mit dem #ICE durch Deutschland zu fahren, ist immer wieder eine Freude und durchaus spannend. Daten zum Fahrverlauf denjenigen zur Verfügung zu stellen, die von einer Verspätung oder Umplanung betroffen sind, naja das ist eine andere Geschichte: Weder ist das was wir allgemein eigentlich bräuchten, noch ist der Stand so, wie es sich Spurensucher im Netz erhoffen. Es ist 9:30 Uhr, Wochenende. Um 9:41 Uhr sollte eigentlich mein ICE vom Frankfurt nach München abdüsen. Doch es gibt ein Problem. Der Otto Normalfahrgast schaut in die App. Zuerst heißt es da „technischer Fehler“, dann „Personal verspätet aufgrund einer Zugverspätung“. Ich besuche den DB-Schalter. Der junge Mitarbeiter lacht sarkastisch, wischt sich bei 30 Grad den Schweiß von der Stirn: „Lassen Sie mich mal nachsehen …“ Dann kommt die Info: „Ein toter Mann wurde in der Nähe der Gleise bei Duisburg gefunden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Deshalb müssen der Bereich rund um die Gleise abgesperrt und abgesucht werden.“ Ich frage, wo diese Information her stammt, öffentlich ist sie nicht. Sollten Fahrgäste das nicht wissen? Die Antwort wortkarg: „Das ist ein internes System.“ Rund 40 Minuten später meldet das öffentliche System nocheinmal: „Track availability is restricted.“ Überraschend ist auch die Meldung zum Streckenabschnitt Düsseldorf, auf dem Weg nach Frankfurt und München: „Nur Zustieg erlaubt, Ausstieg verboten.“ Könnte es sich um eine ermittlungstechnische Maßnahme handeln? Es bleibt völlig unklar. Parallel informiert die Polizei Duisburg nix auf X über den Vorfall. Kurz: Transparenz bei Unglücken, nachvollziehbare Informationen über die Hintergründe und eine Plattform, auf der solche Informationen zeitnah geteilt werden – all das fehlt. Es gibt kein Portal, das die intern bei der Bahn verfügbaren Live-Informationen als Open Source zugänglich macht, jedenfalls kenn ich es nicht - infos die ja offensichtlich sowie so durch den DB Schalter veröffentlicht werden. Es gibt Plattformen wie „bahn.expert“, die Störungen und Verspätungen chronologisch katalogisieren, beispielsweise für Frankfurt: https://lnkd.in/dfHXb92J Ebenfalls hilfreich – sofern überhaupt ein Grund für die Störung angegeben wird, das Portal strecken-info, wo betroffene Streckenabschnitte geografisch verortet und unter anderem farblich hervorgehoben: https://strecken-info.de/ #OSINT #OpenSourceIntelligence #Transport #Bahn #DeutscheBahn #Rail #Mobility #Data #OpenData #Journalism #InvestigativeJournalism #SituationalAwareness #TravelTech