Post by Be:Lateral

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Wer im Regionalmarketing versucht, jeden anzusprechen, erntet hauptsächlich im Sommer das gleiche Ergebnis: volle Parkplätze und leere Kassen. Viele Tourismusregionen tappen in dieselbe strategische Falle. Sie kommunizieren das ganze Jahr über mit austauschbaren Postkartenmotiven, glücklichen Familien am Wasser und Slogans wie: „Hier ist für jeden etwas dabei“. Das strukturelle Problem wird genau dann sichtbar, wenn die Saison auf dem Höhepunkt ist. Massen an Tagestouristen verstopfen die Infrastruktur, während die lokale Hotellerie und der Einzelhandel vergeblich auf die wertschöpfenden Übernachtungsgäste warten. Erfolgreiches Standortmarketing entscheidet sich nicht über die reine Menge an Besuchern, sondern über deren Auswahl. Kleinere Destinationen und ländliche Räume besitzen eine enorme Chance, wenn sie das klassische Hamsterrad verlassen. Eine schlüssige Untersuchung zum Reiseverhalten verdeutlicht diesen Trend (Link zur Studie in den Kommentaren). Gefragt sind Orte, die ihre Eigenheiten selbstbewusst betonen, statt sich dem Einheitsbrei anzupassen. Regionales Branding funktioniert nur über das Prinzip des Verzichts. Es braucht die mutige Entscheidung, bestimmte Zielgruppen zu ignorieren, um für die passenden Gäste magnetisch zu werden.

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