Post by Beatrice Beck Schimmer
Vice-President Medicine at University of Zurich
Die Zukunft der medizinischen Versorgung entscheidet sich heute Die Sicherstellung der medizinischen Versorgung zählt zu den grossen Herausforderungen unseres Gesundheitssystems. Umso mehr freue ich mich als Direktorin Universitäre Medizin Zürich I UMZH, dass die Kammer der universitären Hochschulen von swissuniversities den Grundlagenbericht zum Medizinstudium zustimmend zur Kenntnis genommen hat. Der Bericht wurde im Auftrag von swissuniversities von der Direktion UMZH unter Einbezug aller Hochschulen mit humanmedizinischer Ausbildung erarbeitet. Mein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten für die engagierte und konstruktive Zusammenarbeit. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass sich gemeinsame Anstrengungen auszahlen. Dank des Sonderprogramms Humanmedizin konnten die Ausbildungskapazitäten deutlich erhöht und das Ziel von jährlich 1'300 Masterabschlüssen sogar übertroffen werden. Angesichts der demografischen Entwicklung und der anstehenden Pensionierungen reicht dies jedoch nicht aus, um den Bedarf an Ärztinnen und Ärzten zu decken. Deshalb empfiehlt der Bericht die Lancierung eines neuen Sonderprogramms, das einen weiteren Ausbau der Ausbildungskapazitäten ermöglicht und gleichzeitig eine langfristige Finanzierung durch Bund und Kantone sicherstellt. Besonders wichtig ist dabei die Erweiterung der klinischen Ausbildungsplätze. Diese Herausforderung können wir nur gemeinsam bewältigen – mit einer engen Zusammenarbeit aller Versorgungsbereiche, stationär wie ambulant, öffentlich wie privat. Auch soll die Zulassung zum Medizinstudium verbessert werden. Der Bericht empfiehlt ein schweizweit harmonisiertes, multidimensionales Zulassungsverfahren, das neben der akademischen Eignung künftig auch kommunikative und interaktionelle Kompetenzen berücksichtigt. Gleichzeitig müssen die Curricula weiterentwickelt, digitale und simulationsbasierte Lehrformate gezielt eingesetzt und der Übergang vom Studium in die ärztliche Tätigkeit verbessert werden. Ein besonderes Augenmerk gilt zudem der Grundversorgung. Die Hausarztmedizin sowie die Pädiatrie, Psychiatrie und Kinder- und Jugendpsychiatrie müssen weiter gestärkt werden, damit die Bevölkerung auch künftig flächendeckend Zugang zu einer qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung hat. Der Grundlagenbericht bildet nun die Basis für die weiteren Arbeiten der Schweizerischen Hochschulkonferenz. Ich freue mich darauf, diesen wichtigen Prozess gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern weiter voranzutreiben – mit dem Ziel, die medizinische Ausbildung in der Schweiz zukunftsfähig zu gestalten und die Gesundheitsversorgung nachhaltig zu sichern. Verlinkung zum Bericht: https://lnkd.in/egmUvqjY Bild: Frank Brüderli