Post by Axel Bohmeyer

Professor für Erziehungswissenschaft | Forschung an den Schnittstellen von Sozialer Arbeit, Pädagogik und Angewandter Theologie

📌 Welche Rolle spielt Religion für die Lebensbewältigung von Menschen in Krisen- und Belastungssituationen? Mit dieser Frage habe ich mich beim Werkstattgespräch „Crossing Perspectives – Theologie # Soziale Arbeit“ an der Katholischen Stiftungshochschule München beschäftigt. Ausgangspunkt meines Vortrags war die Theorie der Lebensbewältigung von Lothar Böhnisch. Sie beschreibt eindrücklich, wie Menschen unter Bedingungen von Selbstwertverlust, sozialer Orientierungslosigkeit, fehlender Anerkennung oder gefährdeter sozialer Integration nach Handlungsfähigkeit streben. Auffällig ist dabei: Die Theorie eröffnet einen Raum, in dem die Frage nach Religion gestellt werden kann, ohne sie selbst systematisch zu beantworten. Gerade darin sehe ich einen wichtigen Anknüpfungspunkt für religionssensible Perspektiven in der Sozialen Arbeit. Religionssensibilität lenkt den Blick auf religiöse Deutungen, Gemeinschaften und Ressourcen, die für Prozesse der Lebensbewältigung bedeutsam werden können – ohne deren Ambivalenzen auszublenden. Besonders bereichernd waren für mich die Gespräche mit Kolleg:innen aus der Praxis der Sozialen Arbeit. Im gemeinsamen Austausch wurde deutlich, wie eng Fragen von Anerkennung, Zugehörigkeit, Orientierung und Sinn mit den Herausforderungen professionellen Handelns verbunden sind. Mein Dank gilt Anna Noweck und Aurica Jax sowie allen Beteiligten für die anregenden Diskussionen und neuen Perspektiven. #SozialeArbeit #Religionssensibilität #Lebensbewältigung #LotharBöhnisch #Theologie 📷 Fotos: © KSH München / Jens Bruchhaus

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