Post by Arne Tensfeldt

We build adaptive agencies. | Systeme für Klarheit, Steuerungsfähigkeit und Entscheidungssicherheit. Gründer von askensio

„Hört auf, Stunden zu verkaufen." Diesen Rat bekommt gerade jede Agentur, die aus dem Stundenmodell raus will. In meiner neuen Podcast-Folge sitzt mir Sven Ditz gegenüber und widerspricht, ziemlich grundsätzlich. Sven führt seit 1996 die hamburger Agentur sitegeist mit rund 60 Mitarbeitenden. Sein Punkt: Wer aus der Stundenabrechnung flieht, landet beim Festpreis. Ob man ihn klassisch aus dem Lastenheft herleitet oder ihn „Value-based Pricing" nennt — es bleibt ein Preis, der feststeht, bevor das Projekt (richtig) verstanden ist. Beim klassischen Festpreis drückt der Kunde den Preis für ein durchspezifiziertes Projekt. Beim wertbasierten Modell verschiebt er die Wertbemessung zu seinen Gunsten. Der Spielplatz wechselt. Das Spiel bleibt. Sven verteidigt das Modell, aus dem alle fliehen wollen: Zeit gegen Geld. Was mich am Gespräch wirklich gepackt hat, war nicht das Preismodell. Sondern was darunter liegt. sitegeist macht sechsstellige Projekte ohne Lastenheft, ohne Pflichtenheft, ohne Vertrag. Stattdessen: eine schnelle Grobschätzung, dann wöchentliche Extrapolation. Bei 20 Prozent Projektfortschritt sieht Sven schon, wo "das Ding" landet. Und dann ist da die Ponyhof-Liste. Jeder Detailwunsch im Projekt — ein Pixel breiter, das Blau zehn Prozent dunkler — kommt erst mal drauf. Die Frage dazu: Wenn wir das nicht bauen, verfehlen wir dann garantiert das gemeinsame Ziel? Sven sagt, am Ende will kein Kunde auch nur die Hälfte seiner eigenen Wünsche noch umgesetzt haben. Das ist für mich der eigentliche Punkt. Das teuerste an Projekten ist selten der Stundensatz. Es ist alles, was wir bauen, weil irgendwer es mal für nötig hielt. Die ganze Folge gibt es überall, wo es Podcasts gibt ;-)

Post content

Video Content