Post by Anne Koopmann-Schmidt

Team Workshops where people say: “We’ve never talked like this before.” | Emotional Culture Facilitator & Consultant | Trainer for Facilitators | Gallup Strengths Coach | Former Engineering Leader | EN/DE

„Jetzt ist aber langsam auch mal gut.“ Diesen Gedanken hatte ich in den letzten Wochen ehrlich gesagt mehr als einmal. Wir sind vor einigen Wochen umgezogen. Neuer Wohnort, neues Zuhause und für unsere Kinder auch eine neue Schule und eine neue Kita. Natürlich wussten wir, dass das eine große Veränderung für sie ist. Und dass es Zeit brauchen wird, wirklich anzukommen. Also begleiten wir. Wir hören zu, trösten, nehmen Ängste und Zweifel ernst, machen Mut und versuchen, Sicherheit zu geben. Aber es dauert. Und es ist nicht linear. Immer wenn wir denken: "Jetzt sind sie angekommen. Jetzt haben wir es geschafft." Kommt wieder ein emotionales Tief. Die Abstände zwischen diesen Tälern werden größer. Es gibt immer mehr gute Tage. Neue Routinen entstehen und vieles wird selbstverständlicher. Aber wir sind noch nicht ganz durch. Und ich merke, wie schwer es mir manchmal fällt, dann wieder die gleiche Geduld aufzubringen. Weil ich selbst müde bin. Weil auch für mich die letzten Wochen voller Veränderung waren. Und weil es manchmal einfach leichter wäre zu sagen: „Jetzt ist es aber auch mal gut. Es ist doch alles okay. Ihr habt euch doch schon so gut eingelebt.“ Aber so funktioniert Veränderung eben nicht. Trauer über das, was man zurückgelassen hat gepaart mit Unsicherheit, Zweifeln und Ängste. Vielleicht gleichzeitig Vorfreude, Neugier und erste Momente, in denen sich das Neue richtig gut anfühlt. All das kann nebeneinander existieren. Und nur weil heute wieder ein Tief kommt, bedeutet das nicht, dass wir wieder am Anfang stehen. „Accepting change is not a decision of the mind, but of the heart.“ (Unknown) Ich mag dieses Zitat gerade sehr. Denn rational können wir eine Veränderung längst verstanden haben. Wir können wissen, warum sie notwendig war. Wir können sogar sehen, dass vieles im Neuen gut ist. Und trotzdem braucht unser emotionales System vielleicht länger, um wirklich hinterherzukommen. Das erlebe ich gerade sehr unmittelbar mit meinen Kindern. Aber ich sehe es genauso in meiner Arbeit mit Teams und Führungskräften. Wir kommunizieren eine Veränderung, erklären das Warum, sprechen über Sorgen, begleiten die ersten Schritte. Und irgendwann denken wir: "Jetzt müssten doch langsam alle so weit sein." Aber vielleicht ist genau das der Moment, in dem wir uns daran erinnern müssen, dass Veränderung zu verstehen und Veränderung emotional zu akzeptieren, zwei unterschiedliche Dinge sind. Und Letzteres braucht manchmal einfach mehr Zeit, als wir gerne hätten.

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