Post by Anja Kocherscheidt
Senior Communications Strategist | Storyteller | Media Relations Expert | Journalist | Author of “Lasterleben - eine Familie, ein Truck, ein Jahr ohne Plan”
Porträts und Interviews lese ich selbst unglaublich gern. Geschichten über Menschen, die ausbrechen, neu anfangen, scheitern, weitermachen oder irgendwann feststellen, dass ihr Leben von außen ganz anders aussieht als von innen. Und oft bewundere ich die Menschen darin für ihren Mut und ihre Offenheit. Plötzlich selbst die Person zu sein, über die geschrieben wird, ist aber ungewohnt und fühlt sich ziemlich nackt an. Die Badische Zeitung hat gestern ein großes Interview über unsere Reise, mein Buch „Lasterleben“ und die Frage veröffentlicht, warum man mit zwei schulpflichtigen Kindern in einen alten Lkw steigt und einfach losfährt. Bei allem Abenteuer und aller vermeintlichen Romantik gab es natürlich auch weniger glamouröse Erkenntnisse, die ich in dem Gespräch geteilt habe: „Man fährt nicht los und lässt alles hinter sich, was zu Hause nervt. Man entkommt sich nicht selbst. Eigene Muster, Ecken und Kanten sind unterwegs dieselben.“ Denn ja, wir waren losgefahren, um Abstand vom Alltag und vom ewigen Hamsterrad zu gewinnen. Doch gelernt haben wir unterwegs vor allem einiges über uns selbst: über unsere Stärken, unsere Schwächen und die Themen, die man eben nicht zu Hause zurücklässt. Umso dankbarer bin ich, dass daraus ein Gespräch entstanden ist, das nicht nur von Freiheit, Fernweh und Lagerfeuerromantik erzählt, sondern auch von den weniger perfekten Seiten des Unterwegsseins. Vielen Dank an Martina Philipp und die Badische Zeitung für das offene und sehr persönliche Interview.