Post by Andreas Friedberg
Partner, ERA Group | Unlocking hidden profit potential in the mid-market | Cost & process optimization | Independent, hands-on, success-based
Vielleicht reden wir bei erneuerbaren Energien über das falsche Thema. Zu oft klingt die Debatte nach Klima, Ideologie oder Förderpolitik. Dabei sind erneuerbare Energien längst auch etwas anderes: Industriepolitik. Standortpolitik. Mittelstandspolitik. Die Bertelsmann Stiftung meldet aktuell einen neuen Beschäftigungsrekord: 2025 arbeiteten rund 436.000 Menschen im Bereich erneuerbare Energien. Auch die Investitionen erreichten mit 37,5 Milliarden Euro einen neuen Höchststand. Das passt nicht ganz zur Dauererzählung vom wirtschaftlichen Stillstand. Natürlich bleiben Energiepreise, Netze, Regulierung und internationale Abhängigkeiten große Herausforderungen. Aber genau deshalb ist die entscheidende Frage nicht nur: Wie schnell bauen wir erneuerbare Energien aus? Sondern: Wie viel industrielle Wertschöpfung bleibt dabei in Deutschland? Denn die Energiewende ist nicht nur ein politisches Projekt. Sie ist ein Thema für Beschaffung, Kosten, Technologie, Lieferketten und Wettbewerbsfähigkeit. Kurz gesagt: Sie ist längst im Maschinenraum des deutschen Mittelstands angekommen. Vielleicht sollten wir weniger darüber diskutieren, ob erneuerbare Energien „gut“ oder „schlecht“ sind. Sondern viel nüchterner fragen: Wie machen wir daraus ein industrielles Geschäftsmodell für Deutschland? Was meint ihr: Denken wir die Energiewende noch zu sehr als Klimaprojekt — und zu wenig als Industrieprojekt? Quelle: Bertelsmann Stiftung, „Beschäftigungsrekord bei erneuerbaren Energien“, Juni 2026. Link: https://lnkd.in/eGsYZNkQ