Post by Andreas Wien

Öffentlichkeitsarbeit & Social Media bei wertkreis Gütersloh gGmbH

„Eine neue Qualität der Menschenverachtung.“ Diese Worte sollten aufrütteln. https://lnkd.in/eTTEcG9R Heute bin ich über einen Tagesschau-Artikel gestolpert, der mich wirklich schockiert hat. Darin beschreibt Bethel-Vorstandsvorsitzender Bartold Haase die Hasskommentare gegen Daniel, einen jungen Mann mit Behinderung, der Teil einer Kampagne für mehr Sichtbarkeit und Inklusion ist. Ihm wird nicht nur die Würde abgesprochen. Teilweise wird sogar sein Lebensrecht infrage gestellt. Dass wir im Jahr 2026 über so etwas sprechen müssen, ist ein gesellschaftliches Armutszeugnis. Mich schockiert das nicht nur. Es macht mich wütend. Denn hier geht es nicht um einen raueren Ton im Internet. Hier geht es um gezielte Entmenschlichung. Wer Menschen mit Behinderung ihre Würde oder gar ihr Lebensrecht abspricht, verlässt den Boden jeder zivilisierten und demokratischen Debatte. Solche Gedanken erinnern an eines der dunkelsten Kapitel unserer Geschichte. Genau deshalb müssen wir ihnen entschieden entgegentreten. Wer in der Eingliederungshilfe arbeitet, weiß, wie viel Potenzial, Lebensfreude und Stärke in diesen Menschen steckt. Umso unerträglicher ist es, wenn sie im digitalen Raum immer häufiger zur Zielscheibe von Hass und Verachtung werden. Es reicht längst nicht mehr, betroffen zu sein. Es braucht Menschen, die den Mund aufmachen. Menschen, die widersprechen. Und den Mut, laut und unmissverständlich klarzumachen, dass die überwältigende Mehrheit unserer Gesellschaft nicht so denkt. Schweigen schützt niemanden. Es schafft nur Raum für diejenigen, die Menschenwürde mit Füßen treten. Vor allem aber braucht es eine klare politische und gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Menschenfeindlichkeit gegenüber Menschen mit Behinderung darf niemals zur Normalität werden.

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