Post by Andreas Heim
Advisor for Brand Leadership | Author of ,The Brand-Minded CEO’
Ich habe mich diese Woche gefragt: Erleben wir die Marke Klopp gerade an einem Wendepunkt? Es wurde viel diskutiert über Jürgen Klopp, der sich in einer viel beachteten Umbruchsituation befindet. Vom LFC zu Red Bull. Vom Coach zum Manager. Vom Fußballexperten zum Magenta-Entertainer. Konstanter als jede neue Rolle wirkt derzeit nur seine Omnipräsenz als Werbebotschafter. Vor diesem Hintergrund stellt sich für mich die Frage: Beschädigt Jürgen Klopp gerade den guten Ruf, der ihn groß gemacht hat? Was hat die Marke Klopp so stark gemacht? Vermutlich nicht primär sein Fußballwissen. Sondern seine außergewöhnliche Nähe zu Menschen. Und seine Fähigkeit, diese für eine gemeinsame Idee zu begeistern, ohne sich dabei selbst zu überhöhen. Dem ,The normal One' vertrauten Spieler, Fans und Vereine blind. Heute erleben wir jedoch einen anderen Klopp. Den Fußballkonzern-Manager, der aus größerer Distanz strittige Entscheidungen trifft. Den TV-Kommentator, der mehr unterhalten als einordnen will und sich dabei inzwischen doch häufig auch als ,The special One' präsentiert. Vielleicht liegt genau hier die Gefahr für jede Führungspersönlichkeit. In dem Moment, in dem die Menschen das Gefühl bekommen, dass einem Leader der Erfolg zu Kopf steigt und er sich wichtiger nimmt als die Organisation, die Mannschaft oder die Sache, für die er steht, beginnt Vertrauen zu bröckeln. Wenn aus Leidenschaft Eitelkeit wird. Aus Selbstvertrauen Überheblichkeit. Und aus Expertise und Führung Selbstinszenierung. Spätestens dann wird es Zeit, sich die Frage zu stellen: Dient meine Entwicklung noch der Sache - oder inzwischen vor allem mir selbst? Denn nicht jede Veränderung ist Fortschritt. Manche Veränderungen entfernen uns zu weit von dem, was uns erfolgreich gemacht hat. Eine Kolumne von Andreas Heim auf https://lnkd.in/eYBfsMTg