Post by Andrea Lehwald
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Am Grab der meisten Menschen trauert, tief verschleiert, ihr ungelebtes Leben. Der Spruch wird dem Staatsrechtler und Rechtsphilosophen Georg Jellinek zugeschrieben. Der Gedanke dahinter ist zeitlos: Nicht der Tod selbst ist die Tragödie, sondern all das, was nie gewagt, nie ausgesprochen oder nie gelebt wurde. Etwas, dass die meisten von uns kennen dürften. Besonders Menschen die ein höheres Alter erreicht haben, beginnen irgendwann, sich zu fragen ob das alles gewesen ist. Ich selbst erwische mich auch an manchen Tagen dabei, dass mir mein Alter bewusst wird und ich mich frage, was da im Leben noch kommen mag. Die Unbeschwertheit schleicht sich auf leisen Sohlen davon. Besonders bewusst geworden wie endlich unser Leben ist, ist mir das kurz nach dem Tod meines Vaters. Deswegen versuche ich jeden Tag mein Bestes Leben zu leben. Es interessiert mich nicht so sehr, was andere von mir denken. Ich tue das, wozu ich Lust habe. Die traurigsten Menschen, die ich kenne, sind nicht die, die mal gescheitert sind. Es sind die, die es nie versucht haben. Was am Ende wehtut, ist selten das, was wir falsch gemacht haben. Es ist das, was wir uns nie gewagt haben. Ich bin in meinem Leben so oft hingefallen. Härter, als die meisten wissen. Und jedes Mal kam dieselbe Stimme: Bleib unten. Bleib liegen. Hier tut es nicht mehr weh. Hier bist du sicher. Man wollte mir sagen: Hör auf immer wieder ein Risiko einzugehen. Hör auf außergewöhnliche Dinge wagen zu wollen, Unternehmen begründen, Bücher zu schreiben, erfolg zu machen und Dinge zu tun, die andere sich nicht trauen. Mach doch einfach irgendeinen Job mit einem sicheren Einkommen. Sicher wäre das. Das stimmt. Aber sicher ist manchmal das Gefährlichste, was es gibt. Weil es dich leise einschläfert. Das Schmerzhafte ist nämlich nie das Hinfallen. Das Schmerzhafte ist, wieder aufzustehen und genau das zu tun, was dich wirklich glücklich und zufrieden macht. Der Anruf. Der Neuanfang. Der eine Satz, der alles verändert. Das, wovor du Angst hast, gerade weil es dir etwas bedeutet. Wir warten so gern. Auf den richtigen Moment. Auf mehr Mut. Auf irgendwann. Und aus irgendwann wird viel zu oft: nie. Ich glaube nicht, dass wir am Ende das bereuen, woran wir gescheitert sind. Denn scheitern gehört zum Leben genauso dazu, wie Erfolg. Wir tragen nur das schwer um Gepäck, was wir nie gewagt haben. Also frag dich heute ganz ehrlich: Was ist dein ungelebtes Leben? Was ist das, was du tun musst und dich bisher noch nicht getraut hast? Die Selbstständigkeit? Der Erfolg? Das eigene Unternehmen? Die Investition in dich selbst? Ich freue mich auf eure Kommentare 🫶