Post by Alassane Sow
Ich helfe Dienstleistern dabei, mehr qualifizierte Gespräche zu führen, mehr Abschlüsse zu machen und Vertrieb so aufzubauen, dass Wachstum planbarer wird.
Ich bin nicht reich. Aber ich bin auch nicht im Gefängnis. 2005 habe ich eine Nacht auf der Wache Köln-Kalk in einer Zelle verbracht. Als ich morgens nach Hause kam, klingelte es. Ich wusste sofort: Das ist mein Vater. Ich drückte auf den Türöffner. "Komm mal runter." Ich schwöre dir... In diesem Moment hat sich das Klingeln schlimmer angefühlt als die Nacht auf der Zelle. Mein Vater hat mich nie geschlagen. Aber reden konnte er. Von der Wohnung meiner Mutter bis zu seiner Wohnung. Dann noch weiter im Wohnzimmer. Ich wusste, was jetzt kommt. "Du dies..." "Du das..." "Warum machst du sowas..." Irgendwann sagte seine damalige Partnerin: "Mike... jetzt ist auch mal gut. Wir waren doch alle schon mal auf Zelle." Boom. Innerhalb von Sekunden war alles anders. Nicht, weil die Situation besser geworden wäre. Sondern weil ich plötzlich nicht mehr das Gefühl hatte, der Einzige zu sein. Ein Tag später erzählte ein Kollege einem anderen: "Alassane war gestern das erste Mal auf Zelle." Der andere fing an zu lachen. "Hast du auch Kacheln gezählt?" Ich musste direkt grinsen. Ja. Hatte ich. Und ich wusste sofort: Der war auch schon da. Heute ist das irgendwie ähnlich. Nur anders. Manche erzählen mir mit 35, ich hätte längst Millionär sein können. Mag sein. Aber ich hätte genauso gut komplett baden gehen können. Viele Leute, mit denen ich damals unterwegs war, riskieren bis heute Haftstrafen. Ich darf jeden Tag Unternehmer begleiten. Manchmal vergessen wir vor lauter Vergleichen, wie unterschiedlich Geschichten weitergeschrieben werden. Jeder schreibt seine Geschichte. Und solange ich Entscheidungen treffen kann, halte ich den Stift noch selbst in der Hand.