Post by Lea J. Pede
„Verdammt, das brauche ich.“ Dein Kunde. Nach einem Newsletter aus der Textstellerei • Für Marken, die man erleben kann
•• Textstellerei seziert Newsletter #1 •• Diese Willkommensmail hat mich fast beleidigt. „Du hast es geschafft!“ Wie bitte? „Für beschränkte Internetnutzer“ stand schließlich nicht unter dem Abonnieren-Button. Das hätte ich gesehen. Stünde jetzt mein älterer Bruder vor mir und präsentierte mir in seiner Engelbert-Strauss-Hose sein selbst genähtes T-Shirt, würde ich sagen: „Du hast es geschafft.“ Fügte ich dann hinzu, während ich den Saum wendete und die Naht überprüfte: „Wann eröffnest du deine eigene Schneiderei?“, würde er um Zentimeter größer werden. Sagte ich allerdings: „Du hast dich wirklich ganz allein angezogen?“, und zerzauste ihm dabei das Haar, würde er wahrscheinlich meine Hand wegstoßen und von dannen ziehen. Ein „Du hast es geschafft“ nach dem „Herzlich willkommen“ ist sicher nett gemeint. Aber den Satz, der diese Aussage in einen wirklichen Erfolgsmoment verwandeln könnte, vermisse ich vollständig. Würde dort stattdessen stehen… „Du hast es geschafft. Die Tür zu einem Kleiderschrank ohne Plastikklamotten steht dir jetzt offen. Ab heute bekommst du jede Woche Ideen, wie du ihn mit Kleidung füllst, die deinen Körper atmen lässt.“ … habe ich das Gefühl, in meiner Entscheidung bestätigt zu werden. Eine Willkommensmail ist der einzige Moment, in dem ich dir meine ungeteilte Aufmerksamkeit schenke. Fühle ich mich hier nicht ernst genommen, mache ich es wie mein Bruder. Ich ziehe von dannen. Aus deinem Newsletter.