Post by Felix Thoma
In Ausbildung/Studium: Technische Universität Berlin
Aufteilung der Deutschen Bahn -- ein radikaler Vorschlag Die Krise der Deutschen Bahn und der schleppende Ausbau der Infrastruktur in Deutschland und Berlin macht radikale Reformen unumgänglich. Vor diesem Hintergrund schlage ich eine Aufteilung des DB-Konzerns vor: - Die Hochgeschwindigkeitsnetze der Deutschen Bahn und anderer westeuropäischer Staatsbahnen werden vereint und an eine Bahnunion im Besitz der Europäischen Union übertragen. Frankreich, Italien, Spanien und die Benelux-Staaten sind deutlich erfolgreicher bei der Schaffung eines zusammenhängenden und pünktlichen Hochgeschwindigkeitsnetzes als Deutschland. Von daher ist es in deutschem Interesse, eine bessere europäische Zusammenarbeit zu erzielen. - Das Hauptnetz der Deutschen Bahn wird in die 7 Regionalbereiche aufgeteilt, welche jeweils an dementsprechend neuzugliedernde Aufgabenträger/Verkehrsverbünde verkauft werden, wodurch zukünftig eine Direktvergabe möglich wird und auf den kleinteiligen Wettbewerb verzichtet werden kann. Jeder der 7 Regionalbereiche entspricht von der Größe her ungefähr dem Schweizer Modell. Idealerweise werden auch die Bundesländer an diese Aufteilung angepasst, um die Raumplanung an die Verkehrsplanung anzupassen. - Die S-Bahnen und Regionalbustöchter des DB-Konzerns werden kommunalisiert und zukünftig ebenfalls direkt vergeben. - Die Rechtsnachfolgerschaft der Deutschen Bahn wird von einem losen Verband der mitteleuropäischen Bahnen übernommen, welcher die Regionalbereiche der DB und die Staatsbahnen von Nachbarländern wie Österreich, Schweiz, Niederlande, Belgien, Luxemburg, Polen (als großes Land ggf. ebenfalls zu regionalisieren), Tschechien und Slowakei sowie evtl. Frankreich und Ungarn lose koordiniert. - Die bislang in Berlin auf die Steuerung Deutschlands und seiner ca. 1000 km Hochgeschwindigkeitsstrecken gerichteten und durch die Auflösung des DB-Konzerns nun frei werdenden Geister (mit 26.000 Beschäftigten bislang der größte Arbeitgeber Berlins einige Plätze vor der BVG mit 16.000 Beschäftigten) werden in einen Ausbau des Berliner U-Bahn-Netzes um ca. 100-200 km (evtl. automatisiert oder als Stadtbahn mit Verknüpfung von U-Bahn und Straßenbahn) umgelenkt. Darüberhinaus erfolgt eine Umverteilung von ca. 100-200 km Straßenbahninfrastruktur von größtenteils straßenbündigen Strecken insb. in demografisch schrumpfenden ostdeutschen Städten zu größtenteils stadtbahnmäßigen Strecken in Berlin. Auf diese Weise entsteht ein neuer Fokus auf den städtischen und regionalen Nahverkehr sowie auf die europäische Vernetzung anstelle eines Festhaltens an erstarrten nationalen Strukturen.