Post by Hans Peter Emil Rickenbacher
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𝗔𝗥𝗧𝗘𝗡𝗦𝗖𝗛𝗨𝗧𝗭 𝗙Ü𝗥 𝗔𝗨𝗦𝗦𝗧𝗘𝗥𝗕𝗘𝗡𝗗𝗘 𝗦𝗣𝗘𝗭𝗜𝗘𝗦: Bundesratswürdiger Deutschkonservativer - lat. Demagogus alpinus beleidigtus Nach verlorener Abstimmung entdeckt Thomas Aeschi plötzlich sein warmes Herz für bedrohte Minderheiten. Also für sich selbst. Und für jene politische Alpengämse, die Demokratie liebt, solange sie gewinnt. Die Romandie? Schuld. Linke Städte? Schuld. Bern? Schuld. Brüssel? Sowieso schuld. Brüssel ist der politische Kühlschrank: Irgendetwas stinkt immer, also zeigt man einfach dorthin. Dass auch die Deutschschweiz die Initiative mehrheitlich ablehnte? Ach bitte. Fakten sind in solchen Momenten nur störende Gäste am Stammtisch der Erleuchtung im Haus der Freiheit. Jetzt braucht es also eine Schutzklausel für Konservative. Mit anderen Worten: Wenn das Volk falsch abstimmt, muss das Volk vor sich selbst geschützt werden. Natürlich nur dort, wo das Ergebnis der eigenen Kränkung nicht gehorcht. Ein Sonderreservat wäre passend: Wutbürger mit Alpensicht. Fütterung täglich um 18 Uhr. Nahrung: Empörungspellets, Opferrollen und eigene Sätze, die man am nächsten Morgen „so nie gemeint“ hat. Paarungsruf: „Wir sind das Volk!“ Kleingedruckt: „Ausser das Volk stimmt anders.“ Fortpflanzung: Alle paar Jahre per Initiative. Aufzucht: In Talkshows, Leserbriefspalten und politischen Wellness-Oasen für schlechte Verlierer. Für den Bundesrat wäre diese Spezies tatsächlich nützlich: als lebende Mahnung im Sitzungszimmer. Demokratie heisst nicht: Ich gewinne immer. Demokratie heisst: Manchmal verliert sogar der, der sich für die Bedienungsanleitung der Schweiz hält. Willkommen in der Realität. Sie ist manchmal lästig. Aber immerhin demokratisch.