Post by Dr. Hanna Steffen

Coaching & Mentoring für Vielbegabung, Hochbegabung und Neurodivergenz | Von der Vision zur Umsetzung

Mal ganz ehrlich: Seid ihr dieser Plattform auch manchmal überdrüssig? Nicht von den Menschen, sondern von diesem unbestimmten Gefühl, wenn wieder ein Review-Post an mir vorbeizieht und ich merke: Das geht spurlos vorbei. Es informiert. Aber irgendwie hinterlässt es nichts. Über dieser Frage habe ich heute gebrütet. Und während ich bei meiner 89-jährigen Mutter sass, zog ein Gemälde meine Aufmerksamkeit auf sich, das schon seit Jahrzehnten dort hängt. Mein Vater hatte es einmal gekauft: Der Rabe von Hurzel-Meier. Würdevoll mit seinem schwarzen Gefieder, im blaugrauen Nebel, ein kahler Baum. Und an den Füßen diese Stiefel, die ich eher an den Füßen einer Hexe vermuten würde als an einem Vogel, der stoisch durch das Wintergras schreitet. Ich fotografierte es und begann zu recherchieren. Der Rabe steht in der Mythologie fast aller Kulturen für dasselbe: Er ist der Brückenbauer zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Welt. Bote zwischen Diesseits und Jenseits. In der nordischen Mythologie trägt Hugin die Gedanken, Munin die Erinnerung. In der Alchemie markiert er die Nigredo, die erste Phase der Transformation. Das Alte muss zerfallen, bevor etwas Neues entstehen kann. C.G. Jung nannte das Schattenarbeit: die Begegnung mit dem, was wir in uns selbst nicht sehen wollen. Danach sehne ich mich gerade. Müde von Beiträgen, die so tun, als wäre das Unsichtbare, das Geheimnisvolle, das Mystische, das sich der intellektuellen Einordnung entzieht, nicht existent. Denn ich bin, nach beinahe dreißig Jahren Psychiatrie und Psychotherapie und allem wissenschaftlichen Rüstzeug, das ich mitbringe, im Herzen eine Mystikerin. Ich interessiere mich auch für das, was sich nicht ganz erklären lässt und trotzdem wirkt. Für Synchronizitäten. Für den Moment, in dem das Bild eines Raben mehr erzählt als ein Fachartikel. Genauso wie damals ein Buch aus dem Regal fiel, das ich gebraucht hatte, ohne zu wissen, dass ich es brauchen würde. Darüber habe ich einmal geschrieben: https://lnkd.in/eP3r9zDh Was, wenn Wissenschaft und das Unerklärliche einander nicht ausschließen, sondern aufeinander angewiesen sind? Das ist die Frage, die ich euch an diesem Sonntag mitgebe. Der Rabe schreitet weiter. Er selbst ist die Schwelle. Was bringt euch auf dieser Plattform wirklich zum Innehalten? #Hochbegabung #Hochsensibilität #Neurodivergenz #Mystik

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