Munich, Bavaria, Germany
Seit 20 Jahren leite ich die Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie am TUM Klinikum in München. Meine klinischen Schwerpunkte liegen in der Wirbelsäulenchirurgie, Neuroonkologie und neurovaskulären Neurochirurgie. Die enge interdisziplinäre Kooperation und die gezielte Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sind für mich zentrale Anliegen. Nur gemeinsam können wir die dringenden Fragen der Neurochirurgie lösen. Die translationale Forschung – die direkte Brücke zwischen Wissenschaft und klinischer Anwendung – bildet einen Kern meiner Arbeit. Ein Beispiel hierfür ist unsere Forschung zu Hirn‑Computer‑Schnittstellen (BCI) – eine enge wissenschaftliche Kooperation zwischen der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie am TUM Klinikum, der Professur Translationale Neurotechnologie in der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie (Prof. Jacob) und dem Munich Institute of Robotics and Machine Intelligence (MIRMI) der TUM. Was ist dabei mein und unser Antrieb? Millionen Menschen leben mit schweren neurologischen Erkrankungen, nach Rückenmarksverletzungen, Schlaganfällen oder anderen Schädigungen des Nervensystems. In unserem interdisziplinären Team möchten wir langfristig alltagstaugliche Assistenzsysteme entwickeln, die Betroffenen wieder mehr Unabhängigkeit, Teilhabe und Lebensqualität ermöglichen. In der Forschung zu Hirn-Computer-Schnittstellen mit Mikroelektroden sind wir an der TUM weltweit vorne dabei. Es gibt kaum Universitäten, die die drei Kerndisziplinen Medizin, Neuro- und Ingenieurwissenschaften an einem Standort so gut besetzen wie wir. 2025 haben wir erstmals in Europa einem Patienten mit hoher Querschnittslähmung eine Hirn‑Computer‑Schnittstelle mit 256 Mikroelektroden implantiert. Der Patient lernt u. a., einen Roboterarm über seine Gedanken zu steuern. Bereits 2022 haben wir weltweit als erste und bisher auch immer noch als einzige einer Patientin mit Aphasie nach Schlaganfall eine Hirn-Computer-Schnittstelle mit 256 Mikroelektroden implantiert. Durch elektrische Mikrostimulation und Neurofeedback unterstützen wir sie beim Wiedererlangen ihrer Sprache. Zuvor hatten wir am TUM Klinikum die weltweit größte Serie von Mikroelektroden-Messungen im menschlichen Gehirn durchgeführt und damit einen Quantensprung in der Hirnforschung erreicht. Der Austausch mit internationalen Forschungspartnern, die kontinuierliche Weiterentwicklung von Technologien und der direkte Nutzen für unsere Patienten stehen im Zentrum meiner Vision für die nächsten Jahre. Gemeinsam mit meinem Team möchte ich die Neurotechnologie und BCI‑Forschung voranbringen.
2002: W2 Professur für Neurochirurgie und Stellvertreter des Klinikdirektors
1999: Habilitation und Leitender Oberarzt
1995: Facharzt und Oberarzt