Kissing, Bavaria, Germany
Martin Hoffmann erster Orgelunterricht beim Münchener Domorganisten Franz Lehrndorfer. Nach dem Schulmusikstudium (Orgel bei Harald Feller) an der Staatlichen Hochschule für Musik in München erwarb er zudem das künstlerische Diplom im Fach Chorleitung. Mit einer Dissertation zur Aufführungspraxis promovierte er im Fach Musikwissenschaft bei Prof. Gernot Gruber. Vorträge und Konzerte führten ihn nach Italien, Frankreich, Ungarn und in die USA. Als Musikjournalist regelmäßig tätig für das „FonoForum“, „Oper!“ und "Concerto-das Magazin für Alte Musik", Rundfunkbeiträge für DeutschlandradioKultur, Programmhefte (BR) und CD-Booklets (OEHMSClassics), Lehrbeauftragter an der Frankfurter Musikhochschule (Musikpädagogik), Jurymitglied im Preis der deutschen Schallplattenkritik in der Jury "Orgel- und Cembalo", Buchautor ("Nationalhymnen" und "Musik und Sport"). Als Organist musiziert er besonders gern auf historischen Instrumenten, erarbeitet thematische Konzertprogramme, ist begehrter Kammermusikpartner und gern gesehener Gast bei zahlreichen Konzertreihen und Festivals.
http://www.schallplattenkritik.de/jury/57
Nächste Sendung auf DeutschlandfunkKultur: am Mittwoch, 19.6.2024, 21:30 Uhr: https://www.deutschlandfunkkultur.de/programm?drsearch:date=2024-06-19 Auf der Suche nach dem perfekten Klang Der junge Beethoven in Augsburg Von Martin Hoffmann Vermutlich im Dezember 1786 machte sich Beethoven zu einer Bildungsreise nach Wien auf, um bei Wolfgang Amadé Mozart Unterricht zu erhalten. Ob Beethoven Mozart tatsächlich angetroffen hat, wissen wir nicht. Aber es bleibt uns die Erkenntnis: Der junge, pianistisch ambitionierte Beethoven verband mit dem Wunsch, Schüler Mozarts zu werden, auch das Interesse, die spezifischen Instrumente kennenzulernen, die den Weg zu Mozarts Klangästhetik erschließen sollten. Dazu gehörten insbesondere die Instrumente des in Augsburg wirkenden Clavierbauers Johann Andreas Stein. Man kann trefflich darüber spekulieren, wann Beethoven den Entschluss gefasst hat, die Rückreise von Wien nach Bonn zu nutzen, um nun auch (wie ehedem Mozart) die Werkstatt Johann Andreas Steins in Augsburg zu besuchen. Auf alle Fälle ist aber anzunehmen, dass sich die persönliche Bekanntschaft mit dem klangvisionären „State of the art“-Architekten des Hammerklaviers für Beethoven als einer der Höhepunkte seiner Bildungsreise erwies. Denn noch im Jahr 1833, fast ein halbes Jahrhundert später, stellt die „Allgemeine musikalische Zeitung“ fest, dass „(…) kein Reisender, noch weniger aber ein Musiker von Bedeutung den Weg über Augsburg nahm, ohne den berühmten Stein zu besuchen“.